Schulverweigerung - Die 2. Chance
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In Deutschland gehen 12,4 Millionen Kinder und Jugendliche jeden Tag zur Schule. Experten gehen davon aus, dass diese Aussage so nicht ganz stimmt. Einige Statistiken zur Schulverweigerung deuten darauf hin, dass ca. 10 % der SchülerInnen über Wochen oder sogar über Monate hinweg die Schule schwänzen. 1-2% aller SchülerInnen weisen sogar verfestigte Formen von Schulverweigerung oder Schulvermeidung auf.[1]
Schulverweigerung - Die 2. Chance ist ein Modellprogramm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Das Projekt soll schulverweigernde SchülerInnen dabei unterstützen, wieder regelmäßig die Schule zu besuchen und so ihre Chancen auf einen Schulabschluss und damit auch auf eine Ausbildungsstelle deutlich zu erhöhen.[2]
Einige weiterführende Hinweise zum Programm können auf unserem Handout zum Projekt: Schulverweigerung - Die 2. Chance nachgelesen werden.
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Förderung des Modellprogramms
Förderrichtlinien zur Förderung der Initiative "Jugend und Chancen - Integration fördern" gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) wurde am 28. Mai 2008 im Bundesanzeiger Nr. 77 veröffentlicht.
Gefördert wird das ESF-Modellproramm Schulverweigerung - Die 2. Chance von folgenden Trägern bzw. Institutionen:
Rahmenbedingungen des Programms
Im Berufsbildungsbericht der Bundesregierung 2007 ist nachzulesen, dass bundesweit etwa acht Prozent einer Alterskohorte die Hauptschule ohne Abschluss verlassen.[8] Immer mehr SchülerInnen verweigern sich dem regelmäßigen Schulbesuch. Dies betrifft vor allem junge Menschen in schwierigen sozialen und familiären Lebensverhältnissen. Momentan existiert noch kein einhneitliches Datenmaterial hinsichtlich der Fehlerquoten von Schülerinnen im schulpflichtigen Alter. Dies hängt vor allem auch mit den unterschiedlichen Definitionen und Auslegungen des Phänomens Schulverweigerung zusammen. Der Europäische Sozialfonds (ESF) hat aufgrund der zahlreichen Schulverweigerungen ein Programm entwickelt. Die Rahmenbedingungen des ESF-Modellprogramms "Schulverweigerung- Die 2. Chance" sind die Grundlage des Projektes. In einem dafür vorgesehenden WIKI wird insbesondere auf die Zielgruppe, die Ziele, die Laufzeit, die Finanzierung sowie auf die Evaluation des Progamms Bezug genommen.
Umsetzung des ESF-Programms auf örtlicher Ebene
Die Umsetzung des Programms "Schulverweigerung - Die 2. Chance" findet ganz konkret in verschiedenen Koordinierungsstellen vor Ort statt.
Koordinierungsstellen
In den Koordinierungsstellen laufen alle für die schulische und soziale Integration der Schülerin/des Schülers wichtigen Unterstützungsangebote zusammen. Sie bilden also die zentralen Anlaufstellen und koordinieren und kontrollieren die Begleitung der SchülerInnen. Damit ist gewährleistet, dass die tatsächliche sozialpädagogische Arbeit aus einer Hand kommt. Auf diese Weise können neben den SchülerInnen auch die Eltern und die Schulen erreicht werden und der Kontakt zu örtlich vorhandenen Netzwerken kann besser hergestellt und gepflegt werden. Wichtig für die Reintegration junger Schulverweigerer sind insbesondere drei Faktoren:
- ein projektorientierter und lebensweltbezogener Unterricht, der den Schulstoff und die Alltagserfahrungen miteinander verknüpft
- eine für jede Schülerin und jeden Schüler individuelle und verbindliche Bildungs- und Entwicklungsplanung
- eine partnerschaftliche und verbindliche Eltern- und Familienarbeit[9]
Aufgaben der Koordinierungsstellen
Neben der Funktion als zentrale Anlaufstelle vor Ort für alle beteiligten Fachkräfte, SchülerInnen und Eltern übernehmen die Koordinierungsstellen die Umsetzung und das Controlling des Reintegrationskonzepts. Sie schaffen Rahmenbedingungen für die Öffentlichkeit (Vernetzung mit der Schule und dem näheren sozialen Umfeld der Schule) und sichern mit Fallverlaufskontrollen die Kontinuität. Im Einzelnen übernehmen die Koordinierungsstellen folgende Aufgaben:
- Übernahme des Fallmanagements/Case Managements für jede Schülerin und jeden Schüler
- Entwicklung und Erstellung eines individuellen Bildungs- und Entwicklungsplans mit den zur Reintegration der Schülerin/des Schülers erforderlichen schulischen und sozialen Unterstützungsmaßnahmen
- Einleitung, Koordinierung, Abstimmung und Controlling dieser Bildungs- und Förderangebote
- Organisation eines Ganztagsangebots in der Kombination schulischer und sozialer Begleitung und Unterstützung
- Zusammenarbeit mit den im Rahmen der erzieherischen Hilfen beteiligten Fachkräften und sozialen Diensten sowie Mitwirkung bei der Hilfeplanung für den jungen Menschen
- Verbindliche und regelmäßige Kooperation mit der Schule / Schriftliche Absprachen zwischen Schule/Schulamt und Standortträger
- Herstellung von Kontakten zu vorhandenen institutionellen Netzwerken bzw. Mitarbeit in örtlichen Arbeitsgruppen / Einbeziehung bzw. Entwicklung eines Kommunikationsnetzes mit z.B. der Industrie- und Handelskammer, den Agenturen für Arbeit/Jobcentern, Bildungseinrichtungen etc.
- fortlaufende Führung der elektronischen Fallakten[10]
Öffentliche Träger
Als Koordinierungsstellen kommen verschiedene öffentliche Träger in den jeweiligen Stadtbezirken in Frage. Einer dieser öffentlichen Träger ist Lebenswelt Berlin.
Quellen
- ↑ vgl. Faltermeier 2008, S. 5
- ↑ vgl. Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. (2006): Schulverweigerung - Die 2. Chance. URL: http://www.zweite-chance.eu/content/programm/esf_modellprogramm/index_ger.html. Stand: 29. Mai 2008
- ↑ vgl. http://www.zweite-chance.eu/content/index_ger.html
- ↑ vgl. Europäischer Sozialfonds. Startseite. http://www.esf.de/portal/generator/8/startseite.htmlStand: 29. Mai 2008
- ↑ vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Vorteil: Familie. http://www.bmfsfj.de/. Stand: 29. Mai 2008
- ↑ vgl. http://www.zweite-chance.eu/content/index_ger.html
- ↑ vgl. Deutscher Verein für öffentliche und Private Fürsorge e.V. http://www.deutscher-verein.de/. Stand: 29. Mai 2008
- ↑ vgl. Bundesministerium für Bildung und Forschung (2007): Berufsbildungsbericht 2007. Bonn URL: http://www.bmbf.de/pub/bbb_07.pdf. Stand: 29. Mai 2008
- ↑ Dr. Josef, Faltermeier (2008) S. 15.
- ↑ Dr. Josef, Faltermeier (2008) S. 16.
Bücher
Faltermeier, Josef (2008): ESF-Modellprgramm - "Schulverweigerung - Die 2. Chance" Handbuch für Koordinierungsstellen. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Internet
Bundesministerium für Bildung und Forschung (2007): Berufsbildungsbericht 2007. Bonn URL: http://www.bmbf.de/pub/bbb_07.pdf. Stand: 29. Mai 2008
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Vorteil: Familie. http://www.bmfsfj.de/. Stand: 29. Mai 2008
Deutscher Verein für öffentliche und Private Fürsorge e.V. http://www.deutscher-verein.de/. Stand: 29. Mai 2008
Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. (2006): Schulverweigerung - Die 2. Chance. URL: http://www.zweite-chance.eu/content/programm/esf_modellprogramm/index_ger.html. Stand: 29. Mai 2008
Europäischer Sozialfonds. Startseite. http://www.esf.de/portal/generator/8/startseite.htmlStand: 29. Mai 2008
Weblinks
Netzwerk Prävention von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung (2008): Bund-Länder-Projekt URL: http://www.dji.de/cgi-bin/projekte/output.php?projekt=229
PARIS – Praxisprojekt Altautorecycling in Schule Produktorientiertes Arbeiten als Berufsvorbereitung in der Berufsschule. Finanziert durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern. URL: http://213.133.108.158/cgi-bin/db/dbrecout.php?db=10&dbsuche=&tabelle=db_stamm&rowid=3082&reiter=3



