Schuldenprävention im Unterricht
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Die Schuldenprävention im Schulunterricht gehört in den Bereich der finanziellen Allgemeinbildung und verfollgt das Ziel die Jugendliche vor finanziellen Schwierigkeiten zu bwewahren. Speziell als angehende Lehrerinnen und Lehrer ist es wichtig zu wissen, welche Möglichkeiten es gibt, den Schülerinnen und Schülern den Umgang mit Geld und Geldgeschäften zu lehren.
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Jugendverschuldung
Laut Stiftung Warentest (2006) hat jeder fünfte Jugendliche (Anfang 20) Schulden, im Durchschnitt ca. 3500 €. Die Zahlungsschwierigkeiten der Jugendlichen haben sich insbesondere durch die unbedachte Nutzung von Handys verstärkt. Aber auch der Versand- und Internethandel tragen zunehmend zur Verschuldung der Jugendlichen bei. Mit mit der Vollendung des 18. Lebensjahr steigt schließlich die Gefahr der Überschuldung, aufgrund der vollen Geschäftsfähigkeit. Die neue Freiheit des bargeldlosen Zahlens lässt die Jugendlichen schnell den Überblick über ihre finanziellen Möglichkeiten verlieren. Des Weiteren werden aus Unerfahrenheit Vertragsabschlüsse getätigt, ohne die Risiken zu überblicken. Jugendliche, die wesentliche Defizite im Bereich der finanziellen Allgemeinbildung aufweisen, sind besonders gefährdet in die sogenannte „Jugendschuldenspirale“ zu geraten. [1] Aufgrund der Tatsache, dass das „Schulden machen“ nicht erst nach dem 18. Lebensjahr beginnt, sondern schon ca. 6 % der zwischen 13- und 17-jährigen überschuldet sind, müssen die Jugendlichen schon frühzeitig lernen mit ihren privaten Finanzen umzugehen [2]. Hierbei sind nicht nur die Eltern gefragt, sondern auch Banken und vor allem die Schulen. Die Schuldenprävention bzw. der Umgang mit Geld sollte aus diesem Grund ein wichtiger Bestandteil des Schulunterrichtes sein.
Materialien für den Unterricht
Zahlreiche Institutionen haben eigens für dieses Thema Material für den Unterricht entwickelt und veröffentlicht. Besonders engagiert zeigt sich in diesem Bereich die Verbraucherzentrale (Vbz), die nicht nur die persönliche Beratung anbietet, sondern auch umfangreiche Arbeitsmaterialen für den Unterricht bereitstellt. Das Modell der Zukunftswerkstatt zum Thema „Schuldenprävention“ mit Materialien für den handlungsorientierten Unterricht enthält beispielsweise vielfältige Möglichkeiten den Umgang mit Geld und Geldgeschäften mit den Schülern zu trainieren. Folgende Zielstellung wurde hierfür von der Vbz formuliert:
„Bei der Förderung von Kompetenz im Umgang mit Geld und Geldgeschäften müssen Schülerinnen und Schüler erheblich mehr wissen und erfahren, als nur Informationen über Kreditgeschäfte, Ratenzahlungen, Versicherungen u.s.w. Denn die notwendige Kompetenz und die erforderlichen Fähigkeiten gehen weit über das Kognitive hinaus. Es bedarf vor allen Dingen der Reflexion der inneren Einstellung zur Warenwelt, des Bewusstseins eigener (Zukunfts-) Träume, die sich nur allzu oft an materiellen Dingen zu orientieren scheinen.“ [3]
Zudem stellt die Vbz typische Problembereiche vor, die im Unterricht im Rahmen der Schuldenprävention behandelt werden sollten:
- Haushaltsführung,
- Kredite,
- Versicherungen,
- Ratenzahlungen,
- Werbung und Konsums,
sowie die neu aufgegriffenen Themenbereiche
- Handy - Eine Schuldenfalle für Jugendliche?
- Bürgschaften – Schulden für andere. [4]
Auf der Internetseite www.lehrer.verbraucher.de stellt die Vbz Hessen weitere nützliche Links vor, die sich mit dem Thema Geld und Verbraucherbildung aus einander setzen und Unterrichtmaterialen und Anregungen für Lehrerinnen und Lehrer beinhalten.
Auch die Institution Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV) berichtet von einer zunehmend Zahl von verschuldeten jungen Erwachsenen. Um dieser Entwicklung entgegen zu wirken, bietet die AG SBV auf der Internetseite www.unterrichtshilfe-finanzkompetenz.de, die vom BMFSFJ gefördert wird, für Lehrerinnen und Lehrer eine didaktische Orientierung und ausgearbeitete Lernmodule an, die die Finanz- und Konsumkompetenz der Schülerinnen und Schüler festigen sollen.
Weitere Links:
Verbraucherzentrale Bundesverband: Unterrichtsmaterialien zum Thema Finanzkompetenz
Verbraucherzentrale Hessen: Lehrerinfothek: „Mit dem Angebot einer Lehrerinfothek gibt die Verbraucherzentrale Hessen Lehrerinnen und Lehrern einen Überblick über Materialien zu rechtlichen und wirtschaftlichen Verbraucherthemen, die für die Gestaltung des eigenen Unterrichtsangebotes geeignet und nicht in Schulbüchern enthalten sind.“
Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung der Verbände (AG SBV): Ein Kooperationsprojekt zum Umgang mit Geld und Konsum: Die Internetseite bietet eine „didaktische Orientierung und ausgearbeitete Lernmodule für den Unterricht der Sekundarstufe I allgemein bildender Schulen und der Sekundarstufe II berufsbildender Schulen. Die Unterrichtshilfe Finanzkompetenz ist in erster Linie ein „Werkzeugkoffer“ für Lehrerinnen und Lehrer.“
Institut Für Finanzdienstleistungen e.V.: Auf dieser Internetseite werden Modellprojekte zur „finanziellen Allgemeinbildung als Mittel der Armutsprävention“ u.a. für die Schule angeboten. Die verschiedenen Themen wie Girokonto, Handy, Kredite u.s.w. sind in Lernmodule gegliedert und können in der Sekundarstufe I und II angewendet werden.
SCHUFA: Die SCHUFA möchte als unabhängiges Unternehmen mit dem Projekt „SCHUFA macht Schule“ Jugendlichen dabei helfen wirtschaftliche Zusammenhänge zu erkennen und Handlungskompetenz als Verbraucherinnen und Verbraucher zu erwerben. Hierfür stellt die SCHUFA Informations- und Unterrichtmaterial auf ihrer Internetseite bereit. Des Weiteren werden Projekte für verschiedene Themenbereiche angeboten (z.B. Bank und Jugend im Dialog)
Verein Schuldnerhilfe Essen e.V. (VSE): Auf dieser Homepage steht das Projekt „FinanzFührerschein“ und die dazugehörigen Materialien im Mittelpunkt. „Mit dem FinanzFührerschein können Jugendlichen wichtiges Finanzwissen für den Alltag erwerben. Der Ablauf des Projekts ist einer "echten" Führerscheinprüfung nachempfunden. Wer die Prüfung besteht, erhält einen FinanzFührerschein, welcher alltagstaugliches Finanzwissen bescheinigt.“
Katholischer Verein für soziale Dienste in Dortmund e.V.: Die Internetseite SKM (Schulden kompetent managen) bietet vor allem eine Fülle an Informationsmaterial zum Thema Schuldenprävention aber auch Materialien für den Unterricht werden bereit gestellt.
Quellen
- ↑ Stiftung Warentest (2006): Jung, ledig, verschuldet. Jeder fünfte Jugendliche hat Schulden, URL: http://www.test.de/themen/geldanlage-banken/meldung/-Schulden/1345839/1345839/ [16.03.09]
- ↑ MDR (2005): SOS – Jugendliche in der Schuldenfalle, URL: http://www.mdr.de/thueringen-journal/1965544.html [16.03.09]
- ↑ Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (Vbz): Schuldenprävention. Eine Zukunftswerkstatt, Berlin 2000, S. 4
- ↑ Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (Vbz): Schuldenprävention. Eine Zukunftswerkstatt, Berlin 2000, S.3f.
Links zu verwandten Themen
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Jung, ledig, verschuldet: Jeder fünfte Jugendliche hat Schulden
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Der 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung
Jeder zehnte Deutsche ist überschuldet
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