Rolle der Frau im 19.Jahrhundert
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Dies ist eine nähere Erläuterung zum Rollenverständnis der Frau im 19. Jahrhundert, seine Entwicklung und mit den Emanzipationsbewegungen die Herausbildung eines Gegenstandpunktes.
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Die Frau als „Gehülfin“ das Mannes
Trotz der massiven Veränderungen des Aufgabenbereiches der Frauen kommt es im 19. Jahrhundert kaum zu einem wirklichen Umdenken und Hinterfragen der Rolle der Frau. In der Mitte des 18. Jahrhunderts herrschen größtenteils unreflektierte Meinungen. „Nach Dorothea Leoprin basieren letztlich alle Vorurteile ihrer Zeit auf folgenden Behauptungen:
- „daß die Vernunft der Weiber nur halbe sei“,
- „daß das weibliche Geschlecht mehr als die Männer zu Affekten geneigt sei“,
- „daß die Weiber unbeständig seien“,
- „daß es diesem Geschlecht an Aufmerksamkeit fehle“,
- „daß überhaupt das Temperament dieses Geschlechts sich nicht zum Studieren schicke“,
- „daß dieses Geschlecht nichtswürdige Geschäfte treibe“ (Blochmann, 1990, S.7).
Im ausgehenden 18.Jahrhundert finden Jean Jacques Rousseaus (1712-1778) Erziehungsgrundsätze als weiterentwickelte Gedanken der Aufklärung auch in Deutschland Gehör. Seine Ideen werden von Johann Bernhard Basedow (1724-1790), sowie Joachim Heinrich Campe (1746-1818) aufgegriffen. Im Gegensatz zum Mann, der nach Campe nicht nur „stark, fest, kühn, ausdauernd, hehr und kraftvoll an Leib und Seele“ ist, sondern auch das uneingeschränkte Oberhaupt der Familie darstellt, wird nun die Frau als „klein, schwach, zart, empfindlich, furchtsam, kleingeistig“ charakterisiert (Blochmann, 1990, S.10). Es sei weiter die Naturbestimmung der Frau, ihre Erfüllung als Ehefrau, Hausfrau und Mutter zu finden. Demnach befinden sich die im Laufe der Industrialisierung immer mehr werdenden Verpflichtungen im Einklang mit ihrer grundlegenden Stellung, die sie innehat. Sie und ihre Tätigkeiten werden nicht nach den sich in Haus und Familie stellenden Aufgaben bewertet und geschätzt, sondern als selbstverständlich erachtet. Natürlich wird das Bild der Frau von den Männern der Zeit bestimmt. Als Folge der mangelnden Bildung der Mädchen kommen sie zu dem Schluss, dass intellektuelle Fähigkeiten dem Wesen der Frau fremd seinen. Vielmehr wird es mit einem Übermaß an Emotionalität kompensiert. Sie wird reduziert auf eine dem Mann nicht gleichwertige Partnerin, auf ein Wesen, das man erziehen, aber keineswegs bilden muss.
Emanziptionsbestrebungen der Frauen
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, unter anderem als eine Folge der Revolution von 1848 stieg in den Frauen ein wachsendes Verlangen nach Gleichberechtigung auf. Aus der ersten Emanzipationsbewegung entstehen Frauenvereine. Eine Verfechterin dieser Zeit ist Mathilde Lammers. Sie fordert: „An Selbstdenken müssen sich unsere Mädchen gewöhnen. Aufhören muß die grauenhafte Gedankenlosigkeit, die unser Geschlecht zum Echo des männlichen macht, die uns in den Autoritätsglauben förmlich hineinzwingt und uns dem Vorurteile der Oberflächlichkeit geradezu in die Arme treibt“ (Blochmann, 1990, S.77). Trotz dem allmählich aufkommenden Selbstbewusstsein eines Teils der Frauen, änderte dies die Haltung der Gesellschaft ihnen gegenüber nicht; die Allgemeinheit der Frauen bleibt in ihrem tradierten Rollenverhalten verhaftet.
Quellenangaben
Blochmann, Maria W. (1990): „Lass dich gelüsten nach der Männer Weisheit und Bildung“. Frauenbildung als Emanzipationsgelüste 1800-1918. Pfaffenweiler: Centaurus Verlagsgesellschaft.

