Neue Wege für Jungs
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Allgemeines
Männlichen Jugendlichen alternative Berufswege aufzuzeigen, jenseits von „typischen Männerberufen“ im handwerklichen und industriellen Bereich, das ist die Idee, die hinter dem Projekt „Neue Wege für Jungs“ steht. „Neue Wege für Jungs“ wurde im Jahr 2005 im Auftrag des Bundesministeriums für Frauen, Senioren, Familie und Jugend (BfFSFJ) als ein bundesweites Pilotprojekt initiiert. Diese Pilotphase ist im Februar 2008 abgelaufen, das Projekt wird weitergeführt. Das Projekt ist organisiert als ein Service-Büro, das sich als vernetzende Instanz versteht. So werden verschiedene Institutionen (Schulen, Beratungseinrichtungen u.ä.) und auch Einzelpersonen darin unterstützt, Angebote für Schüler der Klassen 5 bis 10 zu deren Berufswahl und Lebensplanung zu machen. Auch gibt das Service-Büro Interessierten und Engagierten Materialien und Vorschläge für praktische Unterrichtseinheiten oder Diskussionen etc. zu besagtem Thema an die Hand. Im Februar 2008 betrug das aufgebaute Netzwerk insgesamt 95 Initiativen, die entsprechende Aktionen anbieten und teilweise beim bundesweiten Wettbewerb „Fort-Schritte wagen“ ausgezeichnet wurden.[1] Das Service-Büro ist dem Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V.[1] angegliedert.
Hintergrund
Die Idee zu „Neue Wege für Jungs“ entstand aus mehreren Aspekten heraus. Dass Männer und Frauen im Beruf bzw. in der Arbeitswelt nach wie vor keinesfalls gleichgestellt, deren Situation nicht direkt miteinander vergleichbar ist, ist seit langem Thema in der allgemeinen öffentlichen Diskussion. Die Unterschiede, die sich dabei eröffnen, sind vielseitig. Neben Diskrepanzen in der Entlohnung bei gleicher Qualifikation[2] und einer ungleichen Verteilung der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Bezug auf Modelle wie die Teilzeitbeschäftigung[3], spielt auch die teilweise stark voneinander abweichende Berufswahl von Frauen und Männern eine große Rolle.
Unterschiede in der Berufswahl
Es ist nachgewiesen, dass die Zahl der in sozialen und erzieherischen Berufen beschäftigten Frauen deutlich höher ist als die der Männer in diesem Bereich. Auf der anderen Seite entscheiden sich teilweise mit bis zu 90% mehr Männer für bestimmte Berufe, besonders im Bereich Handwerk, Industrie und Technik.[4] [5]
Girls Day
Im Zuge des immer weiter fortschreitenden Strebens nach Chancengleichheit hat sich seit Anfang der 1990er Jahre der „Girls Day“[2] etabliert. Dieser Tag findet jedes Jahr statt und hat sich als Ziel gesetzt, Mädchen in der Berufswahl dahingehend zu unterstützen und zu informieren, dass sie sich auch technischen, männerdominierten Berufen gegenüber öffnen.
Handlungsbedarf bei den Jungen
Für Jungen gab es bisher keine entsprechende Veranstaltung, die sie über frauendominierte Berufe informiert. Dass dies gerade auch in Hinblick auf die Wahrung bzw. das Erreichen einer Chancengleichheit von großer Bedeutung ist, wird deutlich, wenn man beachtet, dass der Trend in der Arbeitswelt von Berufen in der Produktion und im Baugewerbe immer mehr hin zum Dienstleistungs- und Wissens- und Informationssektor geht.[6] Besonders für Jungen mit geringer qualifizierten Schulabschlüssen stellt dies ein Problem dar. „Die heutige Berufswelt mit Arbeitslosigkeit, Teilzeitjobs, dem Schwinden der männerdominierten Industrie und dem Ausbau des frauendominierten Dienstleistungssektor erschwert es dem Mann, seiner Ernährer-Rolle gerecht zu werden“.[7] „Neue Wege für Jungs“ will erreichen, dass männliche Schüler über das gesamte Spektrum an möglichen Berufen in sämtlichen, auch für Männer untypischen Bereichen, informiert und praktisch an diese alternativen Wege herangeführt werden. Die Vorstellung der klassischen Rollenverteilung von Männern und Frauen (auch im privaten Bereich) soll durch Diskussionen etc. bei den männlichen Jugendlichen durch die Idee einer gerechteren, moderneren Verteilung mit gleichen Chancen ersetzt werden.
Ziele
Die Ziele des Projekts beinhalten mehrere, eng miteinander verknüpfte Aspekte und Inhalte:
- Institutionen und Einzelpersonen über die Problematik informieren und sie darin unterstützen, entsprechende regionale Aktionen und Angebote zu realisieren.
- Jungen das gesamte, ihnen offen stehende Berufswahlspektrum präsentieren und ihnen das Ergreifen eines Berufs im sozialen, erzieherischen oder dienstleistenden Bereich als große Chance und persönliche Bereicherung darstellen.
- Jungen über die veränderten Erwartungen der Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen an ihre Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Form von Schlüsselqualifikationen (vor allem Sozialkompetenzen wie Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit, Teamarbeit u.ä.) in Kenntnis setzen und Trainingsangebote machen.[8]
Beispiele
Das Projekt gibt auf seiner Internetseite praktische Beispiele für Aktionen und Angebote für Jungen, in denen oben genannte Ziele realisiert werden können. Für Schulen beispielsweise werden Materialien für Rollenspiele und Klassendiskussionen bereitgestellt.[3] Eine Posterkampagne[4] soll Gespräche mit Jungen über Rollenverteilungen, Familienmodelle und ihre Berufswahl anregen. Desweiteren werden Unternehmen dazu aufgefordert, Schülern innerhalb des Arbeitslehreunterrichts praktische Einblicke in Berufe im Erziehungs- oder Dienstleistungsbereich zu geben und ihnen Gesprächspartner und mögliche Identifikationsfiguren in männlichen Arbeitnehmern in frauendominierten Berufen vorzustellen.[5] Auch die bereits angesprochenen Schlüsselqualifikationen oder „Soft-Skills“ können durch Anregungen und Hilfen auf der Internetseite des Projekts mit den Jungen thematisiert und trainiert werden.[6]
Quellen
Stand: 29.02.08, 19:38h
- ↑ Vgl. Projekt Neue Wege für Jungs (Februar 2008): Management Summary http://www.neue-wege-fuer-jungs.de/neue_wege_fuer_jungs/downloads/materialien
- ↑ Vgl. Hans Böckler Stiftung (2007): Frauen verdienen 22 Prozent weniger als Männer http://www.boeckler.de/pdf/pm_ta_2007_03_07_tabelle.pdf
- ↑ Vgl. Bundesagentur für Arbeit (2007): Frauen und Männer am Arbeits- und Ausbildungsmarkt http://www.arbeitsagentur.de/Dienststellen/RD-RPS/Ludwigshafen/AA/04-Presse/Arbeitsmarkt.pdf
- ↑ Vgl. Hochschule Fulda: Ungleich verteilt: Mehr Studentinnen in technischen Studiengängen gesucht! http://www.fh-fulda.de/index.php?id=2414
- ↑ Vgl. Statistisches Bundesamt Deutschland (2008): Beschäftigungsfelder von Männern und Frauen http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/STATmagazin/Arbeitsmarkt/2008__1/2008__1B/Branchen.psml
- ↑ Vgl. Projekt Neue Wege für Jungs (2007): Hintergrund - Sackgasse Berufswahl-Neue Berufe eröffnen neue Chancen http://www.neue-wege-fuer-jungs.de/neue_wege_fuer_jungs/das_projekt/hintergrund
- ↑ Ulrich Mendelin (21.01.2008)Hessische Allgemeine: Männer, wir haben ein Problem! http://www.neue-wege-fuer-jungs.de/neue_wege_fuer_jungs/presse/pressespiegel/21_01_2008_hessische_allgemeine_maenner_wir_haben_ein_problem
- ↑ Vgl. Projekt Neue Wege für Jungs (2007): Ziele http://www.neue-wege-fuer-jungs.de/neue_wege_fuer_jungs/das_projekt/ziele
Links
http://www.neue-wege-fuer-jungs.de
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- --Kristina Köhnlein: Dieser Artikel ist sehr gut. Verbesserungsmöglichkeiten hinsichtlich Ausführlichkeit von Kapitel 2.1.

