Lebenswelt

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LebensWelt Berlin ist eine gemeinnützige Gesellschaft für die Förderung von Familie, Jugend, Arbeit und Gesundheit mbH. Vor dem Hintergrund von Weltoffenheit, Interkulturalität, Toleranz, Akzeptanz und Allparteilichkeit sollen die Entwicklungschancen jedes einzelnen individuell gefördert werden. Gleichzeitig sollen Differenzen anerkannt und Gemeinsamkeiten im Zusammenleben gesucht werden.[1]

Inhaltsverzeichnis

Aufgabenfelder

LebensWelt Berlin engagiert sich seit 1999 in der interkulturellen Jugendhilfe. Das Ziel ist, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu fördern sowie Familien - insbesondere mit Migrationshintergrund - zu unterstützen. Dafür stehen zum Beispiel eine Schulstation und ein Jugendcafé zur Verfügung. Außerdem bietet LebensWelt eine interkulturelle Moderation in drei Berliner Schulen an. Sozialpädagogen mit Migrationshintergrund vermitteln dort zwischen Schülern, Eltern und der Schule. Mit dem Programm "Wellcome" soll jungen Familien in der ersten Zeit nach der Geburt geholfen werden, wenn Unterstützung erwünscht ist. Dabei helfen ehrenamtliche Mitarbeiter dort, wo professionelle Hilfe nicht zur Verfügung steht.

Ein weiteres Programm in der interkulturellen Jugendhilfe ist das Projekt Schulverweigerung - Die 2. Chance. Dort wird schuldistanzierten Schülern geholfen, sich wieder in ihre Klassen zu reintegrieren. Dabei werden sie sozialpädagogisch begleitet, um die bisherigen Schulschwierigkeiten zu überwinden und einen Schulabschluss erreichen zu können.[3]

Weitere Aufgabenfelder neben der interkulturellen Jugendhilfe:

  • Interkulturelle Beratung und Fortbildung
  • Betrieb von sechs Kindertagesstätten
  • Ambulanter Pflegedienst

Die 2. Chance - Das Projekt

Im Rahmen des ESF-Programms Schulverweigerung - Die 2. Chance führt die LebensWelt seit 2007 ein Projekt an der Adolf Reichwein-Schule in Berlin Neukölln durch. Es zielt darauf ab, Schülern und Schülerinnen, die nachhaltig vom Unterricht fernbleiben, eine neue Perspektive zu bieten und ihnen den Wiedereinstieg in den Unterrichtsalltag zu ermöglichen. Bei Eintritt in das Programm, sollten die SchülerInnen noch zwei Schuljahre vor sich haben. Das Alter spielt dabei keine maßgebliche Rolle. Wichtig ist, dass die Aussicht auf Erfolg, also auf die Rückführung innerhalb des Projekts, wahrscheinlich ist. Die Adolf-Reichwein-Schule hofft, im Rahmen dieses Projektes die Fehltage der SchülerInnen, die an dem Projekt teilnehmen, um die Hälfte zu reduzieren.

Die Umsetzung findet folgendermaßen statt: Auf Wunsch der Adolf-Reichwein-Schule existieren keine Sonderklassen für die TeilnehmerInnen des Projekts, sondern die SchülerInnen bleiben nach Möglichkeit in ihrem Klassenverband. Sie werden in Absprache mit den Lehrkräften individuell gefördert und erhalten Hilfen bei der Erarbeitung des Unterrichtsstoffs. Dies erfolgt jedoch überwiegend in Einzelgesprächen. Nach Schulschluss nutzen die SchülerInnen das Programm der LebensWelt. Neben Freizeitangeboten wie Kochen, künstlerischem Gestalten oder Außenaktivitäten werden den SchülerInnen individuelle Beratungen sowie die Förderung ihrer schulischen und sozialen Fähigkeiten geboten. In Einzelfällen wird mit den SchülerInnen nach Praktikumsplätzen oder nach Freizeitangeboten in ihrem jeweiligen Wohnumfeld gesucht. Während der Schulferien können Ausflüge oder Gruppenreisen unternommen werden. Die Wünsche der SchülerInnen werden bei der Planung der Freizeitangebote berücksichtigt.

Das 2. Chance-Projekt basiert auf der verbindlichen Kooperation mit den Lehrkräften der Adolf-Reichwein-Schule und der engen Zusammenarbeit mit den Eltern.[4] Es hat sich gezeigt, dass vor allem die Unterstützung der Eltern einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des Programms leistet.[5] Sind die Eltern für die Bedürfnisse und Probleme ihrer Kinder sensibilisiert und befürworten sie das Projekt, sind die Kinder eher bereit, mit der Schule und den Betreuern zu kooperieren.

Die Angebote der 2. Chance im Einzelnen:

  • schulische Unterstützung
  • Hausaufgabenhilfe
  • soziales Training, Förderung von Ich- und sozialen Kompetenzen
  • Freizeitangebote
  • Elternberatung
  • Begleitung in Krisensituationen
  • Vermittlung zwischen Schule und Familie
  • Kooperation und Vernetzung mit Institutionen in der Umgebung [6]

Finanzierung

Das Programm wird aus Mitteln des europäischen Sozialfonds finanziert. Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. betreut das Programm und unterstützt die Koordination.[7] Die tatsächliche Umsetzung wird von der Zentralen Regiestelle des Deutschen Vereins geleitet und erfolgt im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Frauen, Senioren und Jugend. Dabei finden Kooperationen mit verschiedenen öffentlichen und freien Trägern statt.[8] Die Rahmenbedingungen des ESF-Modellprogramms "Schulverweigerung- Die 2. Chance" und Einzelheiten zur Finanzierung werden in einem gesonderten Wiki näher erläutert.

Quellen

  1. LebensWelt Berlin. URL: http://www.lebenswelt-berlin.de/ueber_uns.htm#oben. Wir über uns. Stand: 2008-07-09
  2. LebensWelt Berlin. URL: http://www.lebenswelt-berlin.de/ Stand: 2008-07-09
  3. LebensWelt Berlin. URL: http://www.lebenswelt-berlin.de/index.htm Stand: 2008-07-16
  4. LebensWelt Berlin. URL:http://www.lebenswelt-berlin.de/2.chance.htm Stand: 2008-07-12
  5. Interview mit LebensWelt Berlin am 28.04.2008
  6. LebensWelt Berlin. URL:http://www.lebenswelt-berlin.de/2.chance.htm Stand: 2008-07-12
  7. Dr. Faltermeier, Josef, (2008) S. 33
  8. LebensWelt Berlin. URL:http://www.lebenswelt-berlin.de/2.chance.htm Stand: 2008-07-16

Bücher

Faltermeier, Josef (2008): ESF-Modellprgramm - "Schulverweigerung-Die 2. Chance" Handbuch für Koordinierungsstellen. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Internet

LebensWelt - gemeinnützige Gesellschaft für Förderung von Familie, Arbeit, Jugend und Gesundheit mbH. Die 2. Chance - keinen Schüler verlieren. URL: http://www.lebenswelt-berlin.de/2.chance.htm. Stand: 2008-07-16

Weblinks

Deutsches Jugendinstitut e.V. (2005): Praxisprojekte im Handlungsfeld von Schulmüdigkeit und Schulverweigerung. URL: http://www.dji.de/bibs/229_2190_praxisprojekte.pdf Stand: 2008-05-28

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