Informatisierung der Arbeitswelt

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Informatisierung ist ein wissenschaftlicher Prozess, der die technische Entwicklung der Arbeit und die Umstrukturierung der Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten beschreibt.


Inhaltsverzeichnis

Begriffsdefinition

Bei der Informatisierung handelt es sich nach einschlägiger Definition um "ein Merkmal, das die zunehmende Durchdringung der Gesellschaft mit neuen Informations- und Kommunikationstechnologien beinhaltet und letztendlich zur Herausbildung einer Informationsgesellschaft führt."[1]

Der Gebrauch von Computern und anderen Informationstechnologien hält im Zuge der gesellschaftlichen Entwicklung von einer Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft hin zu einer Wissens- und Informationsgesellschaft rasanten Einzug in sämtliche Bereiche der Erwerbsarbeit. An den unterschiedlichsten Arbeitsplätzen und in nahezu allen Berufsfeldern ist die Nutzung von programmgesteuerten Arbeitsmitteln allgegenwärtig.[2]

Entwicklung

Zunächst wurden vor allem automatisierte Produktionsabläufe technisch gesteuert. Seit den 80er Jahren ist die Verwendung elektronischer Datenverarbeitung am Arbeitsplatz jedoch ein unaufhaltsamer Trend, der insbesondere mit dem Durchbruch des Personal Computers (PC), der Entwicklung programmgesteuerter Werkzeugmaschinen und der Entstehung und Verbreitung des Internets ausgelöst wurde.[3]

Die Zahl der computergesteuerte Arbeitsmittel nutzenden Erwerbstätigen hat sich zwischen 1992 und 1999 fast verdoppelt.[4] Besonders hoch ist die Nutzung in technischen Berufen, in Produktionsberufen, sowie in Verwaltungs- und Büroberufen oder in kaufmännischen Berufen und bei personenbezogenen Dienstleistungen.[5]

Auswirkungen auf die Arbeitswelt

Die Auswirkungen der Informatisierung der Arbeitsblätze auf die gesamte Arbeitswelt sind vielfältig. Das immer breitere Einsatzgebiet von Informationstechnik wirkt sich in zweierlei Hinsicht auf die Arbeitnehmer aus. Zum einen werden ihr Arbeitsplatz und ihre Tätigkeiten zunehmend von Technik wie Computern oder Maschinen geprägt. Zum anderen ermöglicht immer besser werdende Technik eine Rationalisierung, also eine Effizienssteigerung von Produktions- oder Verarbeitungsprozessen. Arbeiten , die früher von Menschen übernommen wurden, werden nun von Maschinen ausgeführt.[6]

Im Zuge der Rationalisierung entstehen neue Berufsfelder und –bilder, existierende Beschäftigungen verändern sich und vorhandene traditionelle Arbeitsplätze verschwinden ganz. So sterben beispielsweise viele handwerkliche Berufe wie der des Buchbinders/der Buchbinderin oder der Beruf des Bauzeichners/der Bauzeichnerin aus. Parallel entstehen neue Berufsfelder, wie zum Beispiel das des Mechatronikers/der Mechatronikerin oder des Kommunikationsdesigners/der Kommunikationsdesignerin.

Die Entwicklung der Informationstechnologien verändert auch die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in immer stärkerem Maße. Die Anforderungen an die Arbeitnehmer steigen stetig und neue Schlüsselqualifikationen und Kompetenzen in informationstechnischen Bereichen werden heute als grundlegend vorausgesetzt. Arbeits- und Produktionsstrukturen und Informationstechniken verändern sich rasant und unaufhörlich und machen eigenständige Weiterbildung und die Aneignung sich ständig wandelnder Fachkenntnisse und folglich ein lebensbegleitendes und lebenslanges Lernen unabdingbar.

Aufgaben der Berufsorientierung

Der Berufswahlunterricht muss sich den gesellschaftlichen Veränderungen anpassen. Die SchülerInnen sollten an neue Berufsprofile herangeführt werden und bereits im Unterricht Erfahrungen mit der Vernetzung von Arbeit und Technik machen. Der Umgang mit Internet und Multimedia in der Schule fördert neue Schlüsselqualifikationen.

Der Berufswahlunterricht sollte auch über den Wandel der beruflichen Qualifikationsanforderungen aufklären. Der Trend bei der Wahl der Beschäftigten geht im Zuge der Informatisierung klar hin zur Bevorzugung höherqualifizierte Arbeitskräfte, da die immer komplizierter und komplexer werdenden Arbeitsaufgaben ein bestimmtes Maß an Bildung erfordern.


Die Tätigkeiten sind in der Informationsgesellschaft auf einem sehr hohen Leistungs- und Abstraktionsniveau angesiedelt, weshalb bei der Mitarbeiterwahl zunehmend Wert auf besondere Schlüsselqualifikationen wie:

  • Teamfähigkeit
  • Sprachkompetenz
  • Systemdenken
  • Organisationsfähigkeit
  • Kreativität
  • Flexibilität
  • Innovationsbereitschaft
  • Medienkompetenz
  • Präsentationsfähigkeit
  • Abstraktionsfähigkeit

gelegt wird. Die Vermittlung dieser Kompetenzen ist ebenfalls Aufgabe der Schule. Außerdem müssen die SchülerInnen Lernkompetenzen für ein lebensbegleitendes Lernen vermittelt bekommen, da die kontinuierlich schnelle Entwicklung der Technik permanente Weiterbildung erforderlich macht.[7]

Quellen

  1. S. Nora, A. Minc: Die Informatisierung der Gesellschaft, Frankfurt am Main, New York: 1979
  2. K. Schober: Berufsorientierung im Wandel – Vorbereitung auf eine veränderte Arbeitswelt. Vortrag im Rahmen der 2. Fachtagung des Programms „Schule-Wirtschaft/Arbeitsleben“, 31. Mai 2001. URL: [1]Berufsorientierung nach Schober (Stand 14.09.2004)
  3. F. Kleemann: Informatisierung der Arbeit: Folgen für Arbeitsverhältnisse und subjektiveLeistungen der Arbeitenden, Chemnitz, 2000. URL: kommunikation@gesellschaft, Jg.1, Beitrag 3, [2]Auswirkungen der Kommunikationsgesellschaft
  4. BIBB/IAB-Erhebung 1998/99, Wandel der Erwerbsarbeit, www.bibb.de (Stand 23.02.2009)
  5. L. Troll: Arbeitsmittel in Deutschland: Moderne Technik bringt neue Vielfalt in die Arbeitswelt, IAB-Kurzbericht Nr. 6/ 16.5.2000
  6. [3]Arbeit im Wandel (Stand 20.02.2009)
  7. [4]Berufsorientierung (Stand 18.02.2009)

G. Wersig: Informatisierung und Gesellschaft: Wie bewältigen wir die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien, München: 1983


--Sonja Werner

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