Hausarbeit und Erwerbsarbeit im Wandel
Aus ArbeitslehreWiki
Inhaltsverzeichnis |
Einleitung
Im Laufe der Geschichte der Hausarbeit gibt es viele Ereignisse, die den heutigen Charakter der Hausarbeit geprägt haben. Der technische Fortschritt erleichtert mittlerweile die anfallenden Tätigkeiten im Haushalt, und bietet mit seinen zahlreichen Errungenschaften ein komfortables Arbeiten. Nicht nur die Produkte innerhalb des Haushalts sind dienlich für ein erfolgreiches Wirtschaften, sondern auch öffentliche Systeme erleichtern die Hausarbeit, indem sie Versorgungs- und Versicherungsleistungen erbringen. Weiterhin nimmt das Freizeit- und Konsumangebot stetig zu, so dass viel mehr Zeit auch außerhalb der Wohnung verbracht wird. Diese Veröffentlichung des Privaten bedeutet auch, dass der private Bereich vom Staat zunehmend thematisiert wird (z. B. Geburten- und Sterberate, Familienstände, Elterngeld, Einkommensgrößen, Gesetzvorgaben zu diversen Themen wie Mietwohnungen, Ruhezeiten, Abfallbestimmungen etc.).
Erwerbstätigkeit von Frauen
Die Hausarbeit verlangt ebenso Flexibilität, Engagement, Belastbarkeit und Organisation wie das Studium oder der Beruf. Zwar gibt es in allen Bereichen Entlastungen, wie zum Beispiel bei der Hausarbeit durch technische Geräte, dennoch bleibt die Arbeit des Menschen dabei nicht aus. In dem Bereich der Erwerbsarbeit ist die Gleichberechtigung von Frauen scheinbar vollzogen. Die Erwerbstätigenquote von Frauen liegt 2007 bei 64 %[1].
Die Differenz zu dem Wert der männlichen Erwerbstätigen beträgt lediglich 10%, der Ausgleich könnte somit in wenigen Jahren vollzogen sein. „Deutschland hat das in der europäischen Beschäftigungsstrategie festgelegte Ziel, nach dem Frauenbeschäftigungsquote bis 2010 bei 60% liegen soll, formal erreicht.“ 2001 waren 58,7% Frauen im Alter von 15 bis 64 Jahren erwerbstätig [2]. Der Grund für die Zunahme ist den Frauen mit Kindern geschuldet, die stärker am Arbeitsmarkt teilnehmen. Ebenso ist die ansteigende Erwerbstätigenquote ebenso darauf zurückzuführen, dass immer mehr Frauen Teilzeitbeschäftigungen nachgehen, sowie Mini-Jobs ausführen. Faktisch steigt also die Anzahl der erwerbstätigen Frauen, doch sind sie gegenüber den Männern weniger vollzeitlich beschäftigt und bringen somit weniger Arbeitsstunden pro Woche ein. Die Einführung der Mini-Job-Regelung 2003 und das neue Einkommensteuerrecht, „welches starke Einkommensunterschiede zwischen Ehepartnern begünstigt scheint für Frauen einen wirksamen ökonomischen Anreiz darzustellen, ihr Arbeitsangebot auf ein niedriges Wochenstunden-Niveau zu begrenzen.“ [3] Das konservative Familienbild, bei dem der Ehemann als Haupternährer gilt, scheint formell veraltet.
Laut einer Studie des Instituts für Arbeit und Qualität „sind Frauen in Teilzeit vorrangig verheiratet oder Mütter. Bei Männern ist vor allem ein stufenweiser Einstieg in bzw. ein gleitender Ausstieg aus Erwerbsarbeit oder das Fehlen eines Vollzeitarbeitsplatzes die wichtigsten Gründe für Teilzeitarbeit. Auch wenn der Anteil der Männer in Teilzeitbeschäftigung in den letzten Jahren zugenommen hat, bleibt diese in der Hauptsache eine weibliche Angelegenheit.“ [4]
Arbeitszeiten Teilzeitbeschäftigter
Fazit
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stellt für viele Frauen immer noch eine Herausforderung dar. Die Teilzeitarbeit bietet den meisten Frauen eine Möglichkeit, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt wahrzunehmen. Die Entscheidung über die Gestaltung der eigenen Zukunft ist nicht mehr nur eine gesellschaftliche oder politische Aufgabe, sondern ein individuelles Thema, welches von jeder Frau entschieden werden kann. Es gibt heute vielseitige Varianten der Lebensgestaltung in Hinblick auf Familie und Beruf - von „Vollzeitmutter und Teilzeitberufstätigkeit“ bis hin zur „Karrierefrau mit Haushälterin“. Eine Frau und Mutter, die in ihrem Tätigkeitsfeld viel für die Gesellschaft beiträgt, gerade wenn sie zusätzlich noch berufstätig ist, sollte mehr Anerkennung und Unterstützung bekommen. Betrachtet man den Faktor Hausarbeit wird klar, dass für die Frauen, welche die unbezahlten Haus- und Familienarbeiten auch heute noch zum größten Teil allein leisten, Nachteile daraus erwachsen - „So werden etwa die Qualifikationen, die durch Haus- und Familienarbeit erworben werden, im Erwerbsleben viel zu wenig berücksichtigt und der Beitrag an den gesamtwirtschaftlichen Wohlstand, den Frauen mit unbezahlter Haus- und Familienarbeit leisten, schlägt sich nach wie vor nicht in entsprechenden Leistungen der Sozialversicherungen nieder.“ [5]
Dabei bleiben Frauen oft in der Rolle der Hinzuverdienenden und in gewisser Weise abhängig vom Mann. „Die Modernisierung des Familienleitbilds findet in Deutschland bislang hauptsächlich im öffentlichen Diskurs statt, während seiner breiteren Durchsetzung im Arbeitsalltag und in der privaten Lebenswelt noch große Hindernisse im Wege stehen.“ [6]
Ein Umdenken in der Gesellschaft, vor allen Dingen zum Beispiel in den hauptsächlich von Männern geführten Unternehmen, würde eine Verbesserung der Situation für die Frauen bedeuten, denn „... wenn Männer ihre Vaterrolle genau so wichtig nehmen, wie ihren Beruf, wird die Arbeitswelt umgestaltet.“[7]
Quellenverzeichnis
- ↑ Eurostat, Bericht 27/2008 aus „European Union Labour Force Survey - Annual results 2007“
- ↑ IAQ-Bericht: Aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Institut Arbeit und Qualifikation 2008-04,2008, Seite 4
- ↑ IAQ/HBS Arbeitszeitmonitor 2001-2006 (Im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung analysiert das IAQ die Veränderungen der Arbeitszeitstrukturen in Deutschland. Basis sind regelmäßig durchgeführte Individualerhebungen der amtlichen Statistik, an der jährlich 1% aller Haushalte in Deutschland beteiligt sind. Die neusten im Herbst 2008 auswertbaren Daten beziehen sich auf das Jahr 2006.)
- ↑ http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/regionen/thematische_karten/gleichstellungsatlas/unbezahlte_arbeit.html
- ↑ IAQ-Report 2008-04, 2008, Seite 11
- ↑ Zitat aus IAQ-Report 2008-04. S.11
- ↑ Zitat von Arbeitgeberpräsident Murmann (zit. Nach Heckmann, S.7) aus Kettschau, I. und Methfessel B.: Hausarbeit – gesellschaftlich oder privat?, Baltmannsweiler, 1991
Literaturverzeichnis
- Hausarbeit – gesellschaftlich oder privat?, Entgrenzungen – Wandlungen – Alte Verhältnisse, Herausgeberinnen Irmhild Kettschau / Barbara Methfessel, 1991, Schneider Verlag Hohengehren GmbH
- Eurostat (Statistisches Amt der Europäischen Gemeinschaft), Bericht 27/2008 „European Union Labour Force Survey - Annual results 2007“
- IAQ-Report 2008-04, Aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Institut Arbeit und Qualifikation
- http//:www.bfs.admin.ch
[[Kategorie:]]


