Geschlechterrolle
Aus ArbeitslehreWiki
„In jeder Gesellschaft werden Männer und Frauen mit spezifischen Verhaltenserwartungen und Normen konfrontiert, die häufig durch den biologischen Geschlechtsunterschied gerechtfertigt werden. Die Geschlechterrollen sind meist durch den wirtschaftlich-sozialen Aufbau der Gesellschaft bestimmt, insbesondere der Arbeitsteilung. Als typisch männliche Aktivitäten gelten z.B. Jagd, Bootsbau, Bergbau. Als typisch weibliche Aktivitäten werden z.B. Hausarbeit, Kindererziehung und Feldarbeit genannt.“ [1]
Geschlechterrollen manifestieren sich während dem frühkindlichen Lernprozess, der Sozialisation. Die Geschlechterrolle ist meist unbewusst verinnerlicht und wird dadurch als kulturelle Selbstverständlichkeit wahrgenommen. Ungleiche Machtverhältnisse zwischen Frau und Mann lassen sich fast immer auf die unterschiedlichen Geschlechterrollen zurückführen. Dies lässt sich am besten an den Besitzverhältnissen, der Arbeitsteilung, dem Wohnort nach der Heirat und den unterschiedlichen Sexualnormen erkennen. Die Ungleichheiten zwischen den Geschlechterrollen sind epochaltypisch und über die Generationen geschichtlich entstanden. Zudem sind sie immer gesellschaftlich festgelegt worden. Erst in der industriellen Gesellschaft zum Ende des 18. Jahrhunderts beginnen sich die Geschlechterrollen zu wandeln und aufzubrechen, was u.a. an der stärkeren wirtschaftlichen Gleichstellung der Frau, der zunehmenden Veränderung der tradierten Form der Arbeitsteilung und der sexuellen Emanzipation deutlich wird.
Quelle: http://www.sign-lang.uni-hamburg.de/projekte/PLEX/Plex/Lemmata/G-Lemma/Geschl01.htm

