Ernährungs- und Verbraucherbildung im Internet
Aus ArbeitslehreWiki
Ernährungs- und Verbraucherbildung (EVB) zielt auf die Vermittlung von Basiskompetenzen zur Lebensführung und ist Bestandteil einer Grundbildung für die alltägliche Lebensgestaltung in der modernen Konsumgesellschaft. Grundsätzliche Bestandteile der EVB sind Ernährungsbildung, Verbraucherbildung und Bildung.
Auf der Internetseite www.evb-online.de lassen sich aktuelle Informationen und Forschungsergebnisse zur Ernährungs- und Verbraucherbildung einsehen. Die Seite bietet eine gute Übersicht und zeigt die Wichtigkeit des Themas. [1]
Inhaltsverzeichnis |
Ernährungsbildung
Ernährungsbildung im Rahmen der EVB zielt vor allem auf die Vermittlung von Kompetenzen zur Gesundheitsförderung im Sinne eines lebenslangen selbstbestimmten und verantwortlichen Umgangs mit Essen, Ernährung und Nahrung. Hierbei wird auch der Begriff nutrition literacy verwendet. [2]
Verbraucherbildung
Verbraucherbildung (auch Konsumentenbildung, engl. Consumer Education) bezeichnet die Vermittlung von Kompetenzen für eine selbstbewusste und selbstbestimmte Gestaltung und Bewältigung des Konsumalltags. Durch den immer komplexer werdenden Markt können fehlende Konsumkompetenzen zu individuellen, sozialen und gesamtwirtschaftlichen Folgen führen. [3] Deshalb ist es wichtig, diese Kompetenzen möglichst früh und breit zu vermitteln, um das Individuum zu befähigen, Rahmenbedingungen ihres Handelns selbst aktiv zu gestalten und für ihr Konsumverhalten Verantwortung zu übernehmen. Der Mensch steht als handelnder Verbraucher im Mittelpunkt der Verbraucherbildung und soll durch Wissen befähigt werden, seine Konsumentenrolle selbstbestimmt zu gestalten. Dabei bilden ökonomische, soziale und ökologische Aspekte sowie Nachhaltigkeit einen bedeutenden Schwerpunkt. [4]
Bildung
In der heutigen Gesellschaft kommen Wissen und Bildung eine wichtige Bedeutung zu. Es besteht ein lebenslanger Druck möglichst viele Informationen aufzunehmen und sich Wissen anzueignen, um in der Gesellschaft bestehen zu können. Durch die allgemeine Schulpflicht vollzieht sich der Bildungsprozess zunächst nicht freiwillig. [5] Jedoch wird bisher nur Mathematik, Deutsch, Fremdsprachen, Geschichte, Geografie, Sozialkunde und die Naturwissenschaften in Form von Bildungszielen und -standards diskutiert. [6] Diese werden als Aufgabe der Schule zu dem Begriff Allgemeinbildung zusammengefasst. Die Ernährungs- und Verbraucherbildung zielt auf die Vermittlung von Basiskompetenzen zur Lebensführung. Deshalb ist zu diskutieren, ob diese nicht ebenso zum Kanon der Kulturtechniken und somit zur Allgemeinbildung ebenso wie sprachliche oder mathematische Kompetenzen gehören. [7]
Relevanz in der Schule
Demzufolge ist es umso wichtiger, dass die Schule neben den traditionellen Unterrichtsfächern Inhalte der Ernährungs- und Verbraucherbildung vermittelt und somit die Kulturtechniken für eine erfolgreiche Lebensgestaltung durch Kompetenzen für gesundheitsförderliche Ernährungsweisen und ein verantwortungsvolles und selbstbewusstes Konsumhandeln ergänzt. Thematisiert werden soll dabei zum Beispiel Berufsfindung, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Work-Life-Balance, Risikoabsicherung sowie Gesundheitsförderung. Diese Themen nehmen in der modernen Gesellschaft immer mehr an Bedeutung zu, werden aber zurzeit nur teilweise, unterschiedlich stark und meist nur im Fach Arbeitslehre (in seinen verschiedenen Fachbezeichnungen in den einzelnen Bundesländern) miteinbezogen. Ziel ist es aber ernährungs- und verbraucherbezogene Inhalte und Themen in alle traditionellen Unterrichtsfächer kontinuierlich und vernetzbar zu integrieren und zwar in allen Schulstufen, Schulformen und Bildungsgängen. [8]
Gründe für die zunehmende Bedeutung der Inhalte der EVB
Die Vermittlung von Basiskompetenzen zur Lebensführung im Rahmen der Ernährungs- und Verbraucherbildung nimmt besonders bei Jugendlichen besonders zu. Es ist wichtig, dass in der Schule über den Umgang mit Geld, Finanzen, Verschuldung usw. sowie Nahrung, Mahlzeitengestaltung, gesunde Ernährung aufgeklärt wird.
Für die zunehmende Wichtigkeit der Themen in der Schule lassen sich folgende Gründe aufzählen:
- Steigende Arbeitslosigkeit und geringeres Einkommen erfordern einen sparsamen Umgang mit Geld im Haushalt
- Steigende Kaufkraft bei Jugendlichen durch erhöhte Verfügbarkeit an Geld [9]
- Erhöhter Konsumdruck und vermehrte Spontankäufe durch neue Werbemedien und Werbeeinfluss
- Neue Kosumtrends, z.B. Fast Food, Snacks, Soft drinks [10]
REVIS
Aufgrund der Erkenntnis, dass ernährungs- und konsumbezogene Kompetenzen besonders in der Schule immer dringlicher werden, entstand das Modellprojekt REVIS („Reform der Ernährungs- und Verbraucherbildung in den allgemein bildenden Schulen“, 2003-2005). Dieses Projekt wurde initiiert in Kooperation der Universität Paderborn, der Universität Flensburg und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. REVIS definiert Bildungsziele, Kompetenzen, Kerncurriculum und Standards für eine zukunftsgerechte Ernährungs- und Verbraucherbildung. [11]
Bildungsziele
Das Projekt stellt die Bildungsziele und die „Grundphilosophie“ – der „essende und handelnde“ Mensch und der Erhalt und die Entwicklung der individuellen und sozio-kulturellen Ressourcen – im Haus der Bildungsziele dar. Die Ziele für die Grundbildung bilden das Dach des Hauses. Diese werden in Schlüsselfragen übersetzt und werden in den Fenstern des Hauses verdeutlicht. Diese Schlüsselfragen lassen sich auf die jeweiligen Lebensalter, Lebenssituationen und Lernausgangslagen der Schüler und Schülerinnen beziehen. [12]
Ein Bild des Hauses der Bildungsziele finden sie hier: Haus der Bildungsziele.
Kompetenzen
Zu den 9 Bildungszielen werden Kompetenzen, welche sich die Schüler und Schülerinnen aneignen sollen, definiert. Diese werden in einer Übersicht "Bildungsziele und Kompetenzen" auf der Internetseite genauer konkretisiert.
Didaktik
Das Projekt REVIS setzt im Rahmen der Ernährungs- und Verbraucherbildung eine Neuorientierung der Didaktik voraus, welche sich im didaktischen Würfel verdeutlicht.
Hier werden Themenfelder (Ernährungs-, Gesundheits-, Verbraucherbildung), Fokus der Themen (Individuum, Sozialverband, Gesellschaft) und die zentralen Prinzipien für das Lernen (salutogenetisch orientiertes Lernen, kompetenzorientiertes Lernen, lebensbegleitendes Lernen lernen) zusammen gefasst.
Portfolio
Das Portfolio, welches im Rahmen dieses Modellprojektes entwickelt wurde, soll Lehrkräften dienen, ihre Materialien, Bemühungen und Ergebnisse zu dokumentieren, zu strukturieren und zu sammeln. Das Portfolio bietet die Möglichkeit, „eine Dokumentation und Reflexion über den Stand und das Potenzial in der Entwicklung der Expertise und Kompetenz, und damit der Professionalität zu ermöglichen.“
Auf der Internetseite zeigt ein zusammenfassendes Video die Idee des Portfolios.
Quellen
- ↑ Ernährungs- und Verbraucherbildung im Internet (2009), http://www.evb-online.de/index.php, abgerufen am 12.09.2009
- ↑ Ernährungs- und Verbraucherbildung im Internet (2009), EVB, http://www.ernaehrung-und-verbraucherbildung.de/evb.php,abgerufen am 12.09.2009
- ↑ Themenportal für Verbraucherbildung, http://www.verbraucherbildung.de/projekt01/d/www.verbraucherbildung.de/wir_ueber_uns.html, abgerufen am 12.09.2009
- ↑ Ernährungs- und Verbraucherbildung im Internet (2009), Verbraucherbildung (Consumer Education), http://www.evb-online.de/glossar_verbraucherbildung.php, abgrufen am 12.09.2009
- ↑ Wikipedia, Bildung, http://de.wikipedia.org/wiki/Bildung, abgerufen am 12.09.2009
- ↑ Wikipedia, Allgemeinbildung,http://de.wikipedia.org/wiki/Allgemeinbildung, abgerufen am 12.09.2009
- ↑ Ernährungs- und Verbraucherbildung im Internet (2009), EVB, http://www.evb-online.de/evb.php, abgerufen am 12.09.2009
- ↑ Ernährungs- und Verbraucherbildung im Internet (2009), Historie und Legitimation, http://www.www.evb-online.de/evb_historie.php, abgerufen am 13.09.2009
- ↑ Stern (2004), Die Kaufkraft aus dem Kinderzimmer,http://www.stern.de/wirtschaft/geld/geldanlage/gesellschaft-die-kaufkraft-aus-dem-kinderzimmer-528478.html, abgerufen am 13.09.2009
- ↑ Das Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik (2009), Kinder und Jugendliche als Verbraucher, http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Haushalt/s_1430.html, abgerufen am 14.09.2009
- ↑ Ernährungs- und Verbraucherbildung im Internet (2009), REVIS,http://www.evb-online.de/evb_revis.php, abgerufen am 14.09.2009
- ↑ Ernährungs- und Verbraucherbildung im Internet (2009), Haus der Bildungsziele,http://www.evb-online.de/schule_referenzrahmen_bildungsziele.php, abgerufen am 14.09.2009
Lehrende Statements der Lehrenden, Experten und Expertinnen zur Qualität:
ViolaMuster: Verbesserungsmöglichkeiten:
- Gliederung knapper, dafür präziser entsprechend der Artikelüberschrift
- Ausblick anfügen
- weiterführende Literaturquellen


