Die Fünf Elemente Ernährung
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- --Karin Groth: Artikel ist interessant für Leser, die sich mit Alternativen Ernährungsformen, v. a. der Traditionellen Chinesischen Medizin beschäftigen wollen. Allerdings vermisse ich einen Vergleich mit den Aspekten der Vollwerternährung (z. B. von den Autoren von Koerber, Männle und Leitzmann oder den Regeln der DGE) und eine eigene kritische Stellungnahme unter Berücksichtigung der ernährungsphysiologischen Forschung. Ansoonsten ist diese besondere Ernährungsform anschaulich dargestellt worden, scheint aber in der Praxis schwer durchführbar zu sein.
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Einführung TCM
Die 5 Elemente Ernährung ist eine chinesische Ernährungslehre aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Sie ist ca. 3000 Jahre alt. Zur TCM gehören u.a. die Akupunktur, das Heilkräuterwissen, die Ernährung nach den 5 Elementen, Taiji und Qigong. Ursprünglich waren die fünf Elemente fünf Planeten zugeordnet, nach und nach wurden Formen, Farben, Pflanzen, Tiere, Nahrungsmittel, Organe, Sinnesorgane, Gefühle, Jahreszeiten, Tageszeiten, Klimabedingungen, Himmelsrichtungen, etc. ebenfalls den 5 Elementen zugeordnet.
Qui, Yin und Yang
Die Grundlage dieser Ernährungslehre beruht wie die TCM auf der Lehre vom Qi, d.h., der Lebensenergie und dem harmonischen Verhältnis zwischen Yang, der Lebenskraft, und Yin, dem Lebenssaft.
Ernährungslehre
Thermische Wirkung
Jedes Nahrungsmittel wird einem Element zugeordnet und hat eine bestimmte thermische Wirkung. Nahrungsmittel können zu Trockenheit, Feuchtigkeit, Hitze und Kälte im Körper führen. Das bezieht sich auf die energetischen Eigenschaften der Lebensmittel, nicht auf die Zubereitungstemperatur.
Geschmacksrichtungen der 5 Elemente
Jedes Element entspricht einer Geschmacksrichtung. Alle Nahrungsmittel enthalten alle Elemente, aber in unterschiedlich starker Ausprägung.
Holz – grün - sauer (Essig, Apfel, Milch, Tomate)
Feuer – rot – bitter (Lammfleisch, Rosenpaprika, rote Beete, grüner Tee)
Erde – gelb – süß (Fencheltee, Kürbis, alle Kohlsorten, Birne, Banane)
Metall – weiß – scharf (Chili, Zwiebel, Rettich, Pfefferminztee)
Wasser – dunkelblau – salzig (Thunfisch, Erbse, Sojabohne, Salz, Mineralwasser)
Um das Kochen zu vereinfachen, ist es ausreichend, sich nach den stark ausgeprägten Elementanteilen zu orientieren und zu versuchen, in jeder Mahlzeit alle Elemente und somit alle Geschmacksrichtungen unterzubringen.
Die Nahrungsmittel, die der Erde zugeteilt sind, sind am nahrhaftesten und sollten somit den größten Teil der Nahrung ausmachen. Die Geschmacksrichtungen salzig, scharf, bitter, und sauer sollen weniger Gewicht haben. Sie dienen lediglich dazu, das Qi aus den Nahrungsmitteln in körpereigenes Qi umzuwandeln. Einen Aspekt auszulassen bedeutet, dass ein bestimmter Aspekt der aufgenommenen Nahrung nicht verstoffwechselt werden kann.
Elementelehre
Holz (sauer) steht für Energie, Kreativität, Spielfreude und Freiheit, Toleranz, Zorn und Wut. Holz ist den Organen Leber (Yin) und Gallenblase (Yang) zugeordnet. Die entsprechende Jahreszeit ist der Frühling. Holz zieht zusammen und bewahrt so die Säfte.
Feuer (bitter) bedeutet Freude, Aktivität, Begeisterung, Lebensfreude, Lebenskraft, Spiritualität, Intelligenz und Selbstverwirklichung. Feuer ist den Organen Herz (Yin) und Dünndarm (Yang) zugeordnet. Die entsprechende Jahreszeit ist der Sommer. Feuer trocknet aus, es leitet das Qi nach unten.
Erde (süß) bedeutet Familie im weiten Sinne, eigene Mitte, Stabilität, Sicherheit, Tradition, Verbundenheit, Ausgeglichenheit, aber auch Trägheit, Sorgen, Grübeln und Unflexibilität. Sie ist den Organen Milz (Yin) und Magen (Yang) zugeordnet. Erde hat keine entsprechende Jahreszeit, sie gilt als Zentrum, bei der Zuordnung der Himmelsrichtungen verhält sich das genauso. Erde befeuchtet, entspannt, verteilt, sie baut das Qi auf.
Metall (scharf) wird die Eigenschaft des strategischen Denkens zugesprochen. Metall bedeutet darüber hinaus Entschlossenheit, Zähigkeit, Tatkraft, taktieren, Gerechtigkeitssinn, Trauer und die Unfähigkeit loszulassen. Es ist den Organen Lunge (Yin) und Dickdarm (Yang) zugeordnet. Die entsprechende Jahreszeit ist der Herbst. Metall löst Stagnationen und Kälte. Es leitet das Qi nach oben.
Wasser (salzig) spricht vor allem die geistige Ebene an, es geht um Weisheit und geistige Kräfte, Willenskraft, Disziplin, Grenzen einschätzen können. Wasser entzieht sich dem Greifbaren und stellt die Dinge in Frage. Das Gefühl der Angst aber auch der Mut wird dem Wasser zugeordnet. Die Organe Niere (Yin) und Blase (Yang) entsprechen dem Wasserelement. Die dazugehörige Jahreszeit ist der Winter. Wasser weicht auf und leitet das Qi nach unten.
Krankheitsbegriff
Krankheit bedeutet, nicht im Gleichgewicht zu sein. Irgendwo im Körper ist ein Mangel oder ein Überschuss von Qi, Yin oder Yang entstanden, d.h. der Zyklus der Elemente verläuft nicht harmonisch. Dieses Ungleichgewicht kann von inneren oder äußeren Faktoren hervorgerufen werden. Anders als in der westlichen Medizin liegt der Grundfokus auf präventivem Handeln und nicht auf symptomatischem Behandeln.
Yin und Yang sollen gestärkt werden, das Qi soll gut fliesen können. Ein Mangel oder Überschuss kann mit gezielter Ernährung nach den fünf Elementen ausgeglichen und harmonisiert werden.
Quellen
Literatur
Temelie, Barbara 1996: „Ernährung nach den fünf Elementen“, Sulzberg.
Temelie, Trebuth 2008: „Das fünf Elemente Kochbuch“, Sulzberg.


