Bewerbungsgespräch

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Das Bewerbungsgespräch zwischen einem Betrieb und einem Bewerber / einer Bewerberin bietet beiden Seiten die Möglichkeit sich persönlich kennen zu lernen. Der Betrieb testet die Eignung des Bewerbenden für die zu besetzende Stelle.


Inhaltsverzeichnis

Vorbereitung

Der Bewerber / die Bewerberin ist mit seinen / ihren Bewerbungsunterlagen positiv beim Betrieb aufgefallen. Die Personalverantwortlichen setzen sich mit ihm / ihr in Verbindung und teilen (schriftlich oder mündlich) den bevorstehenden Termin für das Bewerbungsgespräch mit. Dabei wird der Tag, die Uhrzeit und die Räumlichkeiten bekannt gegeben und auf Besonderheiten an diesem Tag hingewiesen (z.B. anstehende Bewerbertests: Assessment-Center).

Eine gute Vorbereitung ist wichtig, um in der Lage zu sein, sich souverän zu präsentieren und hilft auf die Fragen des Gesprächspartners / der Gesprächspartnerin sicher antworten zu können.


Informationen einholen

Um sich ausreichend über den Betrieb zu informieren kann der Bewerber / die Bewerberin unterschiedliche Informationsquellen nutzen. Dazu bietet das Internet eine gute Plattform, ebenso halten Firmenbroschüren und die Bundesagentur für Arbeit sowie zuständige Kammern und Verbände die wichtigsten Daten und Fakten über Betriebe bereit (z.B. Industrie- und Handelskammer [2] oder BERUFNET - Bundesagentur für Arbeit [3]).

Die ausgeschriebene Position und deren Aufgabenbereiche sollte der Bewerber / die Bewerberin in jedem Falle gut kennen, so dass er / sie überzeugend über die zukünftige Tätigkeit sprechen kann.


Fragenkatalog erstellen

Das Erstellen eines eigenen Fragenkatalogs dient zur Klärung von offenen Fragen und hilft dem Bewerber / der Bewerberin gleichzeitig aktiv am Gespräch teilzunehmen. Der Bewerber / die Bewerberin sollte sich Fragen überlegen, die für ihn / sie von Interesse sein könnte. Grundsätzliche Fragen (z.B. nach den Urlaubstagen oder den Arbeitszeiten) sollten hinten angestellt werden, da diese eventuell ein falsches Bild über die Motivation geben könnten. Die gängigsten Fragen in einem Bewerbungsgespräch sind in folgender PDF gelistet: Media:Fragen im Bewerbungsgespräch.pdf [4]


Anreise planen

Zur Vorbereitung gehört ebenfalls, dass der Bewerber / die Bewerberin die eigene Anreise plant. Dabei ist wichtig, den Anfahrtsweg genau zu kennen und Verzögerungen (Staus, Verspätung von öffentlichen Verkehrsmitteln) mit einzuberechnen. Einem Arbeitgeber / einer Arbeitgeberin ist die Pünktlichkeit seiner / ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sehr wichtig. Ebenfalls sollte der Bewerber / die Bewerberin vor und nach dem Bewerbungsgespräch keine weiteren Termine planen, so dass das Gespräch nicht unter Zeitdruck stattfindet.



Während des Gesprächs

An einem Bewerbungsgespräch sind die Personen beteiligt, die direkt etwas mit der zu besetzenden Stelle zu tun haben (Fachverantwortliche: Vorgesetzte, Ausbilder / Ausbilderin oder Personalverantwortliche: Personalchef / Personalchefin, Sekretariat). Zu Beginn des Gesprächs werden alle Teilnehmer begrüßt und gegebenenfalls Getränke angeboten. Der Bewerber / die Bewerberin erhält eine kurze Einleitung über den Betrieb (z.B. Betriebsstruktur, Aufgabenbereich...) und wird meist danach gebeten sich selbst vorzustellen.


Selbstdarstellung

Der Bewerber / die Bewerberin muss damit rechnen, sich und seinen / ihren bisherigen Werdegang zu erläutern. Der Gesprächspartner / die Gesprächspartnerin sieht dabei, wie gut er / sie sich selbst präsentiert (z.B. überzeugend, unsicher...). Durch Zwischenfragen entsteht eine Interaktion, in der für den Betrieb im Ansatz soziale Kompetenzen (Schlüsselqualifikationen) offensichtlich werden können. Wie reagiert der Bewerber auf kritische Fragen (z.B. Lücken im Lebenslauf), gerät er in Stress? Wie souverän erläutert er Sachverhalte/Fakten? Der Bewerber / die Bewerberin zeigt dem Betrieb damit, inwiefern sein / ihr Verhalten und seine / ihre Wertevorstellungen zum bestehenden Team passen könnte.


Auftreten / Körpersprache und Kleidung

Ein sicheres Auftreten geht einher mit der Beherrschung der Körpersprache und Kenntnisse über gängige Verhaltensregeln. Einige Vorschläge sind hier gelistet, wie der Bewerber / die Bewerberin während des Gesprächs ruhig und souverän wirkt:

  • Sicheres und bequemes Sitzen, Hände ruhig halten
  • Blickkontakt halten
  • aktives Zuhören, Ausreden lassen
  • freundlich sein
  • deutlich sprechen
  • Interesse zeigen, nachfragen
  • sicheres Auftreten, Selbstsicherheit zeigen
  • auf Floskeln und Umgangssprache verzichten

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Die Kleidung ist der Situation angemessen zu wählen. Der Kleidungsstil sollte der Persönlichkeit des Bewerbers / der Bewerberin und dem des Betriebs gleichermaßen gerecht werden. Empfehlenswert sind ruhige Farbkombinationen bei der Kleidung und wenig auffällige Details (z.B. großer Schmuck). Weiterhin sollte der Bewerber / die Bewerberin auf die Körperpflege achten und extreme Gerüche, wie Alkohol, Knoblauch, Rauch, aber auch zu aufdringliches Parfum vermeiden.


Fachliche Inhalte

Neben den Äußerlichkeiten trägt die fachliche Komponente grundlegend zum Gespräch bei. Der Bewerber / die Bewerberin kann und sollte die in der Vorbereitung gewonnenen Erkenntnisse über den Betrieb und der angebotenen Stelle während des Gesprächs einbringen. Hierbei sollte nicht nur wahllos Positives aufgezählt werden, sondern gezielt Konstruktives hervorgebracht werden. Inwiefern kann zum Beispiel der Bewerber / die Bewerberin zum weiteren Erfolg der Firma beitragen? Was sind die bisherigen fachlichen Kenntnisse? Gibt es Fertigkeiten, die den Bewerber / die Bewerberin besonders ausmachen? All dies ist essenziell, um den Charakter einer Win-Win [1] Situation bei der Bewerbung hervorzuheben.

In einigen Betrieben werden Bewerbertest (Assessment-Center) genutzt, um bei einer hohen Bewerberzahl erste Vorentscheidungen zu treffen. Dabei werden besonders das Schul- und Allgemeinwissen getestet.


Ende des Gesprächs

Sind noch Fragen ungeklärt, sollte der Bewerber / die Bewerberin diese letzte Chance nutzen und sie am Ende des Gespräches stellen. Kommt das Gespräch dann zu einem Abschluss, kann der Bewerber / die Bewerberin bei der Verabschiedung seinem / ihrem Anliegen, der Firma als zukünftiger Arbeitnehmer / zukünftige Arbeitnehmerin zur Verfügung zu stehen, nochmals Ausdruck verleihen. Es könnten abschließende Worte über die neu gewonnen Eindrücke und Ansichten geäußert werden.



Quellen

  1. Michael Binh, Teickner (2009), Bewerbungsgespräch, www.thebinh.com
  2. http://www.ihk-ausbildung.de/
  3. http://www.berufenet.arbeitsagentur.de/berufe
  4. http://www.berufswahl-tipps.de/vorstellungsgespraech-fragen.htm
  5. http://www.berufswahl-tipps.de/vorstellungsgespraech.htm
  6. http://www.azubiworld.com/bewerbung.php?SID=&id=3


Literatur

Bücher

  • Michael Lorenz, Uta Rohrschneider (2006): Vorstellungsgespräche
  • Jürgen Hesse, Hans Christian Schrader (2005): Testtraining für Ausbildungsplatzsucher: Hilfe bei Bewerbung, Tests und Vorstellungsgespräch
  • Martin John Yate, Thorsten Schmidt, Almuth Braun (2008): Das erfolgreiche Bewerbungsgespräch: Die härtesten Fragen - die besten Antworten


Internet (Stand: 5. März 2009, 20:40h)

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