Berufswahl von Jungen
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Die Berufswahl von weiblichen und männlichen Jugendlichen unterscheidet sich. Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit der Berufswahl von männlichen Jugendlichen.
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Allgemeine Grundlagen
In der heutigen Zeit verfügen Mädchen und Jungen über gleich gute Schulabschlüsse. Aus ca. 400 Ausbildungsberufen wählen Jungen bevorzugt gewerblich-technische und handwerkliche Berufe. Hierbei überwiegt der Anteil des eigenen Geschlechtes zu 80%. Eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker wird sehr oft gewählt. Ebenfalls überwiegt an den Universitäten die geschlechterspezifische Studienwahl. Hier bevorzugen junge Männer die naturwissenschaftlichen und technischen Fächer (vgl. [1]). Außerdem wird, unter anderem, durch die Berufswahl die gesellschaftliche Stellung festgehalten. Heute sehen sich immer noch die meisten jungen Männer für das Familieneinkommen zuständig. Ihr Leben ist nach den beruflichen Anforderungen ausgerichtet. In unserer Gesellschaft wird die Teilzeitarbeit für Männer weniger akzeptiert. Diese geschlechterspezifische Auswahl des Berufes führt zu unterschiedlichen Lebens- und Erfahrungswelten und zeigt Auswirkungen auf die Beschäftigungsmöglichkeiten, den Verdienst und das jeweilige berufliche Fortkommen. Diese Auswirkungen sind in fast allen gesellschaftlichen Bereichen des Lebens zu erkennen (vgl. [1]).
Identitätsprobleme von jungen Männern
Unter anderem wird durch unsichere Ausbildungs- oder Berufsperspektiven die männliche Identität bedroht und ihre Selbstverständlichkeit in Frage gestellt. Der Bezug zur Enttraditionalisierung von Kultur in der individualisierenden und pluralisierenden Gesellschaft wird deutlich. Heute werden die traditionellen Muster in der Berufswahl mit biographischen Optionen erweitert. Damit wächst aber auch die Unsicherheit und der Druck, männliche Identität als etwas Selbstverständliches wieder herzuleiten (vgl. [2]S. 38-39). „In der 14. Shell – Jugendstudie von 2002 gaben zudem 65% der männlichen Jugendlichen an, dass man Familie zum „Glücklich sein“ braucht, über zwei Drittel der Jugendlichen wollen später Kinder haben“ (vgl. [3]). Im Übergang von der Schule in den Beruf haben auch Konsumgüter einen wesentlichen Stellenwert. Mofa, Motorrad, Auto, PC, Video,… sind Statussymbole einer männlichen Identität, die Geld kosten und damit aus Einkommen einer Arbeit zurückzuführen sind (vgl. [2] S. 41). In diesem Zusammenhang sollten traditionelle Lebensentwürfe überdacht und alternative Vorstellungen entwickelt werden.
Die 10 stärksten Ausbildungsberufe für junge Männer
- Ausbildungsjahr 2006-
| Rang | Ausbildungsberufe | Davon besetzt |
| 1 | Kraftfahrzeugmechatroniker | 73.613 von 950.217 |
| 2 | Industriemechaniker | 49.397 von 950.217 |
| 3 | Kaufmann im Einzelhandel | 34.027 von 950.217 |
| 4 | Anlagemechaniker für Sanitär,- Heizung- und Klimatechnik | 33.694 von 950.217 |
| 5 | Koch | 33.096 von 950.217 |
| 6 | Elektroniker,- Energie,- und Gebäudetechniker | 32.207 von 950.217 |
| 7 | Metallbauer | 26.108 von 950.217 |
| 8 | Kaufmann im Groß- und Außenhandel | 22.843 von 950.217 |
| 9 | Maler und Lackierer | 22.450 von 950.217 |
| 10 | Mechatroniker | 22.366 von 950.217 |
Quelle: [4]
Jungen für soziale Berufe gewinnen
12% der Männer sind in erzieherischen und sozialen Berufen zu finden. Kinder, die in sozialpädagogischen Einrichtungen einen Teil ihres Lebens verbringen, benötigen gerade in der heutigen Gesellschaft, die durch Alleinerziehende oder aber Patchworkfamilien geprägt ist, eine männliche Bezugsperson. Im Alter zwischen vier und sieben Jahren ist für die Entwicklung der „Männlichkeit“ ein männliches Vorbild wesentlich bedeutsam. Ebenfalls ist in stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten die männliche Berufsquote sehr gering. Dies sollte im Hinblick auf die körperliche Arbeit und die zu versorgenden Männer, die sich beim gleichen Geschlecht wohler fühlen, angegangen werden. Junge Männer sollten die erzieherischen und sozialen Berufe auch in ihrer ganzen Bandbreite kennenlernen, um den männlichen Anteil in diesem Berufszweig zu erhöhen (vgl. [3]).
Sozialkompetenzen für den beruflichen Alltag
Soziale Kompetenzen sind in der Gesellschaft unentbehrlich, aber auch in der Berufswelt gewinnen sie zunehmend an Bedeutung. Bei dem Berufseinstieg richtet der Personalchef seinen Blick nicht nur auf die Noten, sondern versucht auch die persönlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen zu erfassen. Die gefragten sozialen und kommunikativen Kompetenzen sind:
- Team- und Konfliktfähigkeit
- Selbst- und Zeitmanagement
- Einfühlungsvermögen
- Eigeninitiative
- Belastbarkeit
- Entscheidungsfreudigkeit
Diese werden zum Teil den weiblichen Eigenschaften zugeordnet und sollten den jungen Männern nahe gebracht werden (vgl. [4]). In der heutigen Ausbildungs- und Berufswelt kommen die Sozialkompetenzen vermehrt auch in den verschiedenen technischen und mechanischen Ausbildungsrahmenplänen vor. Zum Beispiel im Bereich Kraftfahrzeugmechatroniker - Personenkraftwagentechnik wird die Kommunikation mit internen und externen Kunden und das Qualitätsmanagement als eigener Lehrpunkt der Ausbildung in einem Betrieb im Ausbildungsrahmenplan genannt (vgl.[5]).
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend; letztes Abrufdatum:23.11.2007 www.gender-mainstreaming.net
- ↑ 2,0 2,1 Stauber, B. / Walther, A.: Nur Flausen im Kopf. Bielefeld, 1995
- ↑ 3,0 3,1 Sächsisches Staatsministerium für soziales Leitstelle für Gleichstellung von Frau und Mann; letztes Abrufdatum: 23.11.2007 www.lust-auf-beruf.de
- ↑ 4,0 4,1 Statistisches Bundesamt 2007 zitiert nach Kompetenzzentrum Technik - Diversity - Chancengleichheit e.V.; letztes Abrufdatum: 1.11.2007 www.neue-wege-fuer-jungs.de
- ↑ Bundesagentur für Arbeit; letztes Abrufdatum: 23.11.2007 www.berufenet.de
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