Berufsbild Gesundheits- und KrankenpflegerIn

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Gesundheits- und KrankenpflegerInnen stehen neben der ärztlichen Versorgung von PatientInnen im Zentrum der Pflege. Sie pflegen und versorgen kranke und pflegebedürftige Menschen und assistieren bei ärztlichen Verordnungen und Untersuchungen. Die Arbeit der Gesundheits- und KrankenpflegerIn ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe, diese bedarf sehr viel Herz und Mut.

Inhaltsverzeichnis

Definition Pflege

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert den Begriff Pflege wie folgt: „Der gesellschaftliche Auftrag der Pflege ist es, dem einzelnen Menschen, der Familie und ganzen Gruppen dabei zu helfen, ihr physisches, ihr psychisches und soziales Potential zu bestimmen und zu verwirklichen, und zwar in dem für Arbeit anspruchsvollen Kontext ihrer Lebens- und Arbeitsumwelt. Deshalb müssen die Pflegenden Funktionen aufbauen und erfüllen, welche die Gesundheit fördern, erhalten und Krankheit verhindern. Zur Pflege gehört auch die Planung und Betreuung bei Krankheit und während der Rehabilitation, und sie umfasst zudem die physischen, psychischen und sozialen Aspekte des Lebens in ihrer Auswirkung auf Gesundheit, Krankheit, Behinderung und Sterben. Pflegende gewährleisten, dass der einzelne und die Familie, seine Freunde, die soziale Bezugsgruppe und die Gemeinschaft gegebenenfalls in alle Aspekte der Gesundheitsversorgung einbezogen werden, und unterstützen damit Selbstvertrauen und Selbstbestimmung. Pflegende arbeiten auch partnerschaftlich mit Angehörigen anderer, an der Erbringung gesundheitlicher und ähnlicher Dienstleistung beteiligten Gruppen zusammen.“(WHO, 1993, S. 15)[1]

Geschichte

Das Christentum setzte die jüdische Tradition der Wohltätigkeitspflege (Zedaka) fort. Den Christen ward es zur Pflicht, sich barmherzig um jeden Kranken zu kümmern. Mit den Kreuzzügen wurde die Lepra nach Europa verschleppt, für diese Kranken, damals auch Aussätzige genannt, wurden spezielle Hospitäler errichtet, dieses galt auch für die Opfer der Pest. Viele Menschen, die sich für die Pflege der Kranken einsetzten, wurden von der Kirche heilig gesprochen. Pastor Theodor Fliedner eröffnete die erste deutsche Krankenpflegeschule unter dem Protestantismus in Kaiserswerth. Zum ersten Mal wurde der Beruf Krankenschwester anerkannt und institutionalisiert. Die Engländerin Florence Nightingale absolvierte 1850/51 ihre Berufsausbildung an dieser Schule. Mit ihren Kenntnissen und Erfahrungen richtete sie 1860, im Zuge des Krimkriegs die erste konfessionell unabhängige Krankenpflegeschule in London ein. Aufgrund ihres Engagements für diesen Beruf, ist es ihr zu verdanken, dass die Krankenpflege heute zu einem anerkannten Beruf zählt.[2]

Ausbildung zur Gesundheits- und KrankenpflegerIn

Die Ausbildungszeit zum/zur Gesundheits- und KrankenpflegerIn beträgt drei Jahre. In dieser Zeit müssen 2100 Theoriestunden und 2500 Praxisstunden absolviert werden. Ein guter Realschulabschluss, Abitur oder ein Hauptschulabschluss mit einer vorangegangenen zweijährigen Berufsausbildung, die erfolgreich abgeschlossen sein muss, ist die Voraussetzung für eine Berufsausbildung zum/zur Gesundheits- und KrankenpflegerIn. Ein Mindestalter wird heute nicht mehr festgelegt. Weiterhin muss ein Zeugnis zur gesundheitlichen Eignung zur Ausübung des Berufes vorliegen. Die Bezeichnung Krankenschwester oder Krankenpfleger ist nach dem Beschluss des neuen Krankenpflegegesetzes im Juli 2003 veraltet. Mit dem Inkrafttreten des Krankenpflegegesetzes gilt seit Januar 2004 die Berufsbezeichnung Gesundheits- und KrankenpflegerIn. Nach drei Jahren schließen die Auszubildenden ihre Berufsausbildung mit einer staatlichen Prüfung ab. Die Ausbildung findet an staatlich anerkannten Krankenhäusern, denen eine Krankenpflegeschule oder Berufsschule angeschlossen ist, statt. Die Ausbildunkstruktur zum/zur Gesundheits- und KrankenpflegerIn ist dem dualen Ausbildungssystem ähnlich, jedoch stellt sie einen eigenständigen Zweig der Berufsbildung dar. [3]

Es gibt auch Studiengänge an Fachhochschulen bei diesem schließen die Auszubildenden ihre Ausbildung mit dem Bachelor of Nursing ab. Dieser Studiengang ist ein in die Ausbildung integriertes duales Vollzeitstudium und führt zum akademischen Berufsabschluss auf Grundlage des Krankenpflegegesetzes. Die Regelstudienzeit beträgt vier Jahre, also acht Semester. Voraussetzung für dieses Studium sind: Fachhochschulreife, eine gesetzlich vorgesehene Studienberechtigung oder eine Verbindliche Ausbildungsplatzzusage bei einem Kooperationspartner des Studiengangs Bachelor of Nursing. [4]

Inhalte der Ausbildung

Unterrichtet wird fächerübergreifend in den Lehrbereichen: Anatomie/Physiologie, Chirurgie, Innere Medizin, Frauenheilkunde, Urologie, Neurologie, Geriatrie, Dermatologie und Psychiatrie durch einen Pflegepädagogen und ärztliche Dozenten. Weiter wird der Unterricht in vier Lernbereiche aufgeteilt, welche pflegerische Kernaufgaben, Ausbildungs- und Berufssituation von Pflegenden sowie Zielgruppen,Institutionen und Rahmenbedingungen pflegerischer Arbeit und die Gesundheits- und Krankenpflege bei speziellen PatientInnengruppen umfasst. Ziel der Ausbildung ist das Erreichen von theoretischen Kenntnissen in:

  • der Gesundheits- und Krankenpflege sowie der Pflege- und Gesundheitswissen;
  • den Naturwissenschaften und Medizin;
  • den Geistes- und Sozialwissenschaften im Zusammenhang mit dem Pflegeberuf;
  • Recht, Politik und Wirtschaft im Zusammenhang mit dem Pflegeberuf.

Der Unterricht ist stets darauf ausgelegt die theoretische Wissensvermittlung praktisch zu demonstrieren. Hier nur einige Beispiele:

  • Körperpflege der PatientInnen (in der häuslichen Krankenpflege auch KlientIn genannt);
  • Anlegen von Verbänden;
  • Wundversorgung zum Beispiel beim Dekubitus oder bei Brandwunden;
  • Verabreichung von Medikamenten.[5]

Prüfung und Abschluss der Ausbildung

Die staatliche Prüfung nach drei Jahren Ausbildungszeit umfasst eine schriftliche, mündliche sowie eine praktische Prüfung, die zu gleichen Teilen in die Endnote einfließen. Sollte die Prüfung nicht bestanden werden (4,0), so besteht die Möglichkeit diese einmal zu wiederholen. Nach erfolgreichem Abschluss erhält der/die Auszubildende/r eine geschützte Berufsbezeichnung mit dem Namen „staatlich examinierte/r Gesundheits- und KrankenpflegerIn“.[6]

Tätigkeitsbereiche

Gesundheits- und KrankenpflegerInnen sind in Krankenhäusern und Kliniken aller Art sowie in Altenpflegeheimen, ambulanten Pflegeeinrichtungen, Sanatorien und in der privaten Pflege tätig. [7]

Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach einer absolvierten Berufsausbildung und mindestens zweijähriger Berufserfahrung auf einem Fachgebiet besteht für die Gesundheits- und KrankenpflegerInnen die Möglichkeit einer Fachausbildung zum/zur Fachgesundheits- und KrankenpflegerIn in den Bereichen Intensivpflege und Anästhesie, OP-Dienst, Psychiatrie, Ambulante Gemeindekrankenpflege, Rehabilitation, Dialyse sowie Hospiz- und Palliativpflege, Onkologie und Krankenhaushygiene. Weiterhin besteht die Chance auf eine verkürzte Zusatzausbildung zum Rettungsassistenten. Der Beruf Gesundheits- und KrankenpflegerIn bietet sehr viele Weiterbildungs- und damit verbundene Aufstiegsmöglichkeiten, zum Beispiel die Weiterbildung zum/zur PraxisanleiterIn, StationsleiterIn, QualitätsmanagerIn im Gesundheitswesen sowie die Weiterbildung zum/zur externe/n AuditorIn im Gesundheitswesen. Auch das Studium an einer Fachhochschule u. a. in den Bereichen Pflegepädagogik, Pflegemanagement/Pflegeleitung und Pflegewissenschaft sind Aufstiegsmöglichkeiten einer/s Gesundheits- und KrankenpflegerIn. [8]

Verdienst/ Einkommen

Krankenhäuser, die zu den staatlich und kommunalen Einrichtungen gehören, wie zum Beispiel Unikliniken und Kreiskrankenhäuser bezahlen ihre Gesundheits- und KrankenpflegerInnen nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes (TvöD/ TV-L). Kirchliche Krankenhäuser entlohnen meist nach dem an den öffentlichen Dienst angelehnten Tarif. Privatkrankenhäuser hingegen erstellen meist eigene Haustarife, die vom TvöD/TV-L abweichen. Hinzu kommt, dass die Verträge leistungsabhängige Komponenten enthalten. Für die Zukunft ist zu erwarten, dass immer mehr Krankenhäuser privatisiert werden, da die Kosten des Gesundheitssystems weiter steigen und der Staat sich zunehmend aus seiner Verantwortung aus dem Gesundheitssystem herausziehen wird. Leider werden im Zuge dessen die Arbeitsbedingungen der Gesundheits- und KrankenpflegerInnen schlechter. Zu erwarten sind schlechtere Bezahlung, mehr Verantwortung und ein höherer Aufwand an Schreibarbeit für die Gesundheits- und KrankenpflegerInnen sowie ein geringere Betreuungskapazität für die PatientInnen.[9]

Erfahrungsbericht

Ich begann meine Ausbildung zur Krankenschwester im September 1998 in Leipzig in einer Klinik mit einem psychiatrischen Schwerpunkt. Der Berufswunsch Krankenschwester zu werden resultierte daraus, dass meine Schwester ebenso den Beruf zur Krankenschwester ergriff und ich nach der Schule unbedingt sozial tätig werden wollte. Die Ausbildung gestaltete sich wie bereits erwähnt angelehnt an das duale System. So dass ich in der Regel zwei Wochen die Berufsschule besuchte und ca. vier Wochen im Krankenhaus auf diversen Stationen arbeitete. Die Wochenarbeitszeit betrug während der praktischen Zeit auf den Stationen 40 Stunden im Schichtdienst. Ich wurde sehr schnell auf den Stationen eingearbeitet und zum selbstständigen Arbeiten angehalten, so dass ich bereits nach einem halben Jahr voll einsetzbar war. Während meiner Ausbildungszeit habe ich herausgefunden, dass mich das Fachgebiet der Urologie besonders interessiert hat. Ich habe in dieser Fachrichtung sehr viele praktische Erfahrungen machen dürfen. Nach erfolgreichem Abschluss der Prüfungen beendete ich meine Ausbildung zur Krankenschwester im Jahr 2001. Mit meinem Abschlusszeugnis bewarb ich mich in München, wo meine neue Arbeitsstelle der urologische OP sein sollte. Nach kurzem Aufenthalt von drei Monaten und einer Reise nach Südamerika begann ich in Leipzig erneut in einem urologischen OP zu arbeiten. Dieser Aufenthalt dauerte drei Jahr. Danach beschloss ich nach Berlin zu gehen. In meiner neuen Heimat arbeitete ich ein halbes Jahr auf einer urologischen Station. Die Ausübung des Berufs Krankenschwester hat mich zu damaliger Zeit sehr erfüllt. Im Oktober 2005 verabschiedete ich mich von meinem Beruf und begann ein Studium der Rehabilitationswissenschaften mit Lehramtsoption an der Humboldt Universität.


Quellen

  1. http://www.pflegewiki.de/wiki/Pflege abgerufen am 18.12.2007
  2. vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Krankenpflege abgerufen am 18.12.2007
  3. vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Krankenschwester abgerufen am 18.12.2007
  4. vgl. http://www.pflegestudium.de/f-berli6.html abgerufen am 14.02.2008
  5. vgl.http://de.wikipedia.org/wiki/Krankenschwester abgerufen am 18.12.2007
  6. vgl. http://www.caritas-soziale-berufe.de/8263.html abgerufen am 14.02.2008
  7. vgl. http://www.caritas-soziale-berufe.de/8263.html abgerufen am 14.02.2008
  8. vgl.http://de.wikipedia.org/wiki/Krankenschwester abgerufen am 18.12.2007
  9. vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Krankenschwester abgerufen am 18.12.2007


Lehrende Statements der Lehrenden, Experten und Expertinnen zur Qualität:


  • --Kristina Köhnlein: Dieser Artikel ist gut. Verbesserungsmöglichkeiten bzgl. Verwendung von Primärquellen (z. B. WHO), Einbettung in Arbeitslehre/Berufsorientierung und (nicht korrekte) Aussagen zur Ausbildung Dualen System.
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