Berufsbild Fachmann/frau für Systemgastronomie

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Inhaltsverzeichnis

Definition Systemgastronomie

Nach Erich Kaub, dem Gründungsvorsitzenden der Fachabteilung Systemgastronomie im DEHOGA Verband, wird dann Systemgastronomie betrieben, wenn entgeltlich Getränke und/oder Speisen abgegeben werden, die an Ort und Stelle verzehrt werden können und das Unternehmen ein zentral festgesetztes, standardisiertes und multipliziertes Konzept umsetzt. Demnach unterscheidet sich Systemgastronomie in 3 Merkmalen von der Individualgastronomie:

  • Standardisierung
  • Multiplikation
  • Zentrale Steuerung[1]

Branchen der Systemgastronomie

Die Systemgastronomie als Teil der gastronomischen Landschaft wird durch ihre Vielzahl an unterschiedlichen Konzepten nochmals in verschiedene Bereiche unterteilt. Die klassische Einteilung sieht folgende Segmente vor:

  • Fastfood- Systemgastronomie
  • Fullservice- Systemgastronomie
  • Getränkebetonte Systemgastronomie und
  • Standortspezifische Systemgastronomie

Eine aktuellere Unterteilung sieht sogar sechs Bereiche vor, da vor allem die Getränkebetonte Systemgastronomie und die Standortspezifische Systemgastronomie in den letzten Jahren einen erheblichen Wandel durchgemacht haben. Die Fastfood- Systemgastronomie wird in dieser Unterteilung nunmehr als Quickservice-Systemgastronomie bezeichnet und die Getränkebetonte Sytemgastronomie allgemein unter Freizeitgastronomie gefasst. Die Fullsevice- Systemgastronomie bleibt als Marktsegment bestehen und die Standortspezifische Systemgastronomie wird in Handelsgastronomie, Verkehrsgastronomie und Event-/Messe-/Sport-Catering unterteilt.[2]


Fachmann/-frau für Systemgastronomie

Seit 1998 ist der Beruf des Fachmanns und der Fachfrau für Systemgastronomie etabliert und verfügt über einen staatlich anerkannten Ausbildungsgang gemäß des Berufsbildungsgesetztes (BBiG). Die Ausbildung findet im dualen System statt und dauert 3 Jahre. Die Berufsausbildung wird demzufolge sowohl in dafür vorgesehenen Berufsschulen als auch direkt im Betrieb absolviert. Die Berufsschule findet entweder ein bis zweimal wöchentlich oder wochenweise im Blockunterricht statt. Die Ausbildungsdauer kann je nach Schulabschluss und den Berufsschulleistungen im Einzelfall verkürzt werden. Bei Abiturienten kann die Ausbildungsdauer um ein Jahr, bei Realschulabsolventen um ein halbes Jahr verkürzt werden.[3]

Schulische Voraussetzungen

Offiziell reicht ein Hauptschulabschluss, doch suchen die meisten Ausbildungsunternehmen nach Bewerbern mit mindestens gutem Realschulabschluss, besser noch mit Abitur.[4]


Notwendige Eigenschaften

Der Beruf des Fachmanns/der Fachfrau für Systemgastronomie erfordert ein rasches Auffassungsvermögen, das Erkennen von betrieblichen und kaufmännischen Zusammenhängen, ein gewisses mathematisches Geschick, als auch ein grundlegendes Wissen über Datenverarbeitung. Teamfähigkeit, gute Kommunikationsfähigkeiten, Kontaktfreude sowie Freundlichkeit sind durch die gemeinsame Arbeit und den Umgang mit Kunden/Gästen besonders wichtig. Auch Fremdsprachenkenntnisse sind in der Gastronomie von Vorteil und oftmals Voraussetzung.[5]


Ausbildungsinhalte

Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass die Ausbildung zum Fachmann/ zur Fachfrau für Systemgastronomie sehr abwechslungsreich und vielseitig ist. Sowohl die traditionellen Elemente einer gastronomischen Ausbildung, sowie moderne Elemente von Managementberufen sind inhaltlich verankert. Neben Warenkunde, Serviceabläufen, Gästebetreuung und -beratung sind auch Warenwirtschaft, Marketing, Personaleinsatzplanung usw. wichtige Bestandteile der Ausbildung.

Erstes Ausbildungsjahr

In dem ersten Lehrjahr liegt das Hauptaugenmerk auf den Themenbereichen Service, Recht und Warenwirtschaft.

Zweites Ausbildungsjahr

Auch im zweiten Ausbildungsjahr wird Wissen zum Service, sowie zur Warenwirtschaft vermittelt. Des Weiteren kommt nun auch Marketing hinzu.

Drittes Ausbildungsjahr

Aufbauend auf bereits erfahrenen und gelernten Inhalten werden nun im letzten Lehrjahr Systemorganisationen, Betriebswirtschaft, Personalwesen und weiterhin Marketing behandelt.[6]

Ausbildungsvergütung

Die Vergütung während der Ausbildung und die Regelung der Arbeits- und Urlaubszeiten sind wie bei anderen Ausbildungsberufen oftmals auch tarifvertraglich geregelt, dazu muss der Auszubildende Mitglied der NGG sein, also durch die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten vertreten werden. Doch durch die bereits oben beschriebene Unterteilung der Systemgastronomischen Betriebe in verschiedene Marktsegmente existiert nicht nur ein Tarifvertrag. Der Tarifvertrag ist abhängig von den Tarifparteien, also der Gewerkschaft und dem Verband, dem ein Unternehmen angehört, auch regional kann die Vergütung variieren.[7]


Berufsaussichten

Mit einem erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zum Fachmann/ zur Fachfrau für Systemgastronomie eröffnen sich einem vielfältige Aufstiegsmöglichkeiten. Da die Systemgastronomie in den letzten Jahren stetig gewachsen ist, sind die Zukunftsaussichten für einen Aufstieg momentan recht vielversprechend. Über die Position des Assistenten des Restaurantleiters kann man zum stellvertretenden Restaurantleiter aufsteigen und dann schließlich auch zum Restaurantleiter selbst werden. Man kann sich später auch zum Franchisenehmer entwickeln und letztendlich sein eigenes Unternehmen führen. systemer_pyramide.jpg [8]

Erfolgsgeschichte

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Name: Adrian Hertich

Position: Schichtführer

Arbeitgeber: McDonald’s Deutschland Inc.

Abschlussjahrgang: Januar 2008 Geburtsdatum: 16.03.1984


WARUM HAST DU DICH DAMALS FÜR DIE AUSBILDUNG ZUR FACHFRAU FÜR SYSTEMGASTRONOMIE ENTSCHIEDEN?

Der Sommer 2005: Ich hatte das Abitur in der Tasche und stand vor der entscheidenden Frage: Wie geht mein Leben weiter? Bei einem meiner regelmäßigen McDonald’s Besuche fiel mir dann die Werbung für die Ausbildung zum Fachmann/- Frau für Systemgastronomie auf. Nachdem ich das Bewerbungsgespräch hinter mich gebracht habe, wurde ich auch schon zu einem Einstellungstest eingeladen. Sowohl das Allgemeinwissen, sprachliche und mathematische Fähigkeiten, als auch die Argumentations- und Kommunikationsfähigkeiten wurden auf die Probe gestellt. Ich musste nicht lange warten, da bekam ich auch schon die Bestätigung, dass ich meine Ausbildung unter dem "goldenen M" beginnen könne!

WIE HAST DU DIE AUSBILDUNG ERLEBT?

Meine anfängliche Freude wich schnell dem Stress, der Hitze und dem ewigen Piepen diverser Arbeitsgeräte. Alles in allem ist mein erster Arbeitstag nicht ganz so gut verlaufen. Doch mit den nächsten Tagen legte sich meine anfängliche Skepsis, mich für den richtigen Beruf entschieden zu haben. Denn während meiner Ausbildung lernte ich weit mehr, als nur Burger braten oder Chicken McNuggets zu frittieren. Meine Restaurantleiterin Fr. Grönke brachte mir Personalorganisation und -führung bei, Lagerhaltung und Warenannahme bzw. Warenkontrolle, sowie die Kennzahlen und Kosten des Restaurants in den Griff zu bekommen.

WIE WAREN DEINE LEISTUNGEN IN UNTERNEHMEN, PRÜFUNGEN UND SCHULE?

Das Highlight während der Ausbildung erwartete mich im Juni bzw. November 2007. Mein Ausbilder Hr. Händschke machte mich fit für den regionalen Azubi Award, wo ich den ersten Platz belegte! Mit großem Selbstbewusstsein trafen sich die regionalen Award-Gewinner in Hamburg zu weiteren Schulungen mit allen Ausbildern aus ganz Deutschland. Dort bekamen wir das nötige Wissen vermittelt, um auch beim nationalen Azubi Award die ersten Plätze zu belegen.

WIE IST ES NACH DER PRÜFUNG WEITERGEGANGEN?

Seit dem erfolgreichen Abschluss meiner Ausbildung arbeite ich als Shiftleader an der Stoppenbergerstraße in Essen. Nachdem ich einen McDonald’s internen Kurs besucht hatte, durfte ich nun auch eigene Schichten führen. Dienstpläne kontrollieren und ggf. überarbeiten, Mitarbeiterführung und -motivation, Bestellungen der Waren, Inventuren und Training gehören zu meinen täglichen Aufgaben.

WAS MACHST DU HEUTE?

Derzeit werde ich von meiner Restaurantleiterin an das Planen von Tages- und Monatsumsätzen, Schreiben von Mitarbeiter- Verträgen, Durchführen von Bewerbungsgesprächen mit anschließender Auswahl der Bewerber und an das Schreiben von Dienstplänen herangeführt, sodass ich in absehbarer Zeit in der Lage bin, selber ein Restaurant zu leiten. Dies könnte schon in ca. 3-4 Jahren der Fall sein.

WAS RÄTST DU JUNGEN AUSZUBILDENDEN?

Allen zukünftigen Auszubildenden kann ich nur raten: Werft nicht gleich die Flinte ins Korn, wenn nicht alles auf Anhieb so klappt, wie ihr es euch vorgestellt habt. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Aber mit ein bisschen Interesse und Eigeninitiative kann man bei McDonald’s viel erreichen. Denn wer viel gibt, bekommt auch viel zurück.[10]


Quellenverzeichnis

  1. http://www.systemgastronomie-online.de/?Branche:Definition
  2. http://www.systemgastronomie-online.de/?Branche:Gliederung
  3. http://www.dehoga-bundesverband.de/home/ausbildung_0_931_981_983_1043.html
  4. http://www.systemgastronomie-online.de/?Ausbildung:Ausbildungsberuf
  5. http://www.dehoga-bundesverband.de/home/ausbildung_0_931_981_983_1043.html
  6. http://www.gast-star.de/karriere_systemgastronomie.html
  7. http://www.systemgastronomie-online.de/?Ausbildung:Ausbildungsberuf
  8. http://www.dehoga-bundesverband.de/uploads/ueber_den_dehoga/fachabteilungen/systemer_pyramide
  9. http://www.gast-star.de/gaststar_mm/02_contentbilder/01_erfolgsgeschichten/bild_adrian_hertrich-width-128-height-149
  10. http://www.gast-star.de/erfolgsgeschichten_ausbildung_systemgastronomie-item-199.html

letzter Zugriff auf alle Quellen: 01.03.2009

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