Bedeutung von Hausarbeit für Kinder in Deutschland des 20. Jahrhunderts
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- --Karin Groth: Artikel ist ok!Eine schöne Zusammenfassung der Inhalte des Buches, gut gegliedert in wesentliche Zeitphasen. Gut formuliertes Fazit. Ggf. hätte man noch weitere Literatur zum Thema recherchieren können, aber so ist es eine runde Sache!
Diese Fragen werde ich mit Hilfe des Buches "Die Arbeit der Kinder"[1] von Heinz Hengst und Helga Zeiher erörtern. Daher konzentriert sich der folgende Artikel auf die Entwicklung, Bedeutung und Integration von Kindern in die Hausarbeit im geschichtlichen Kontext des 20. Jahrhunderts bis heute.
Inhaltsverzeichnis |
Die Entwicklung und Bedeutung der Hausarbeit für Kinder in Westdeutschland
Helga Zeiher veröffentlichte in ihrem Buch "Die Arbeit der Kinder"Hausarbeit: zur Integration der Kinder in die häusliche Arbeitsteilung"[2]. Unter diesem Aspekt möchte ich im Folgenden über die Einbeziehung von Kindern in die Hausarbeit in Deutschland eingehen. In der klassischen Familie des 20. Jahrhunderts konnte vor allem in westdeutschen Lebensgemeinschaften mit Kindern beobachtet werden, dass der Mann die Rolle des Alleinverdieners übernahm und die Frau die Rolle der Hausfrau und Mutter allein bewerkstelligen musste. Wie sie die Kindererziehung ausüben sollte, wurde ihr von zahlreicher Ratgeberliteratur vermittelt. Wie sie sich persönlich als Mutter und ihren Gefühlen zum Kind zu verhalten habe, wurde ihr über den Kult der Mutterliebe suggeriert. Dieser Kult hatte sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weit in Westdeutschland etabliert. Hausarbeit für Kinder war bis 1960 eine Selbstverständlichkeit für Mütter und deren Kinder. Das Übertragen von Arbeiten, wie Kohlen aus dem Keller holen, Fußböden bohnern zählten ebenso, wie Kochen zur Hausarbeit von Kindern. Jedoch in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts kam es zu einem radikalen Wandel über die Auffassung von Erziehung. Erstmals wurden alle Tätigkeiten, die das Kind vollzog psychologisch begutachtet und mit deren Entwicklung in Zusammenhang gebracht. Das neue Sozialisationskonzept beruhte nun ausschließlich auf die psychische, soziale und kognitive Entwicklung des Kindes. Dieser Entwurf stieß in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts mit der in Gang gesetzten Frauenbewegung zusammen. Das neue Leitbild der Frau umfasste die Aufwertung der Mutterrolle, ging aber mit einer Abwertung der Hausfrauentätigkeit einher. Mütter fühlten sich nun mehr in der Verantwortung ihre Kinder bei Schularbeit und Freizeit zu unterstützen und vor allem zu fördern. Die Entwicklung und die kognitive Leistung des Kindes rückten in den Mittelpunkt des alltäglichen Lebens einer Familie. Doch welche Folgen hatte diese Entwicklung für Kinder bezüglich ihrer Tätigkeit in der Hausarbeit? Schularbeit und Freizeitgestaltung wurden zu einem Tagesfüllenden Programm für Kinder, so dass Eltern sie mit Tätigkeiten und Pflichten im Haushalt nicht mehr belasten wollten. Die Übertragung von Hausarbeit füllte nun keinen Nutzen oder Mithilfe mehr aus, sondern sie wurde zur Aufgabe gestellt, damit das Kind etwas lernt. Die Anschaffung eines Haustieres sollte beispielsweise Verantwortung lernen darstellen oder Pflichten sollten mittels Mülleimer rausschaffen geübt werden. Folglich wurden Kinder aus den Aufgaben des Haushalts zugunsten von Lernarbeit und Freizeit, ausgeschlossen. Die Transformation des klassischen Haushalts zum Dienstleistungsunternehmen zur Förderung des kindlichen Lernens verdrängte das Helfen der Kinder.
Die Entwicklung und Bedeutung der Hausarbeit für Kinder in der damaligen DDR
Um die Einbindung der Kinder der DDR in die Hausarbeit zu definieren, möchte ich im Voraus auf die allgemeine Einstellung der Arbeit für Kinder, die durch den Staat geleitet wurde, vorstellen. Eine Veröffentlichung von Dieter Kirchhöfer "Arbeit der Kinder im Kindheitskonzept der DDR- Gesellschaft"[3]. Das Buch Die "Arbeit der Kinder" dient hierzu als Grundlage. Kinder der DDR waren informell und formell eng mit der Arbeitswelt Erwachsener verbunden. Kinder partizipierten ebenso wie Erwachsene an politischen Ritualen und Organisationen. Diese Einbeziehung der Kinder sollte der Gesellschaft dienen. Kindheit war kein separates Refugium, sondern ein Teil der Gesamtheit, im gesellschaftlichen Dienste. Die Einbeziehung von Kindern in die häusliche Arbeit fand zu DDR Zeiten vermehrt statt, da beide Elternteile berufstätig waren. Dadurch war eine familiäre Arbeitsteilung im Haushalt von großer Bedeutung und Hausarbeit trug einen "Ernstcharakter"[4] Über die Integration in die Arbeitswelt wurde auf Kinder politische Herrschaft ausgeübt. Ziel dieser Erziehung zur Arbeit war den sozialistischen Leitgedanken und deren Verhaltensweisen auszuprägen. Durch Arbeiten erlernten sie zwar die kollektiven Form des Arbeitens kennen, in der Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Genauigkeit die größte Rolle spielten und ihre Leistungen in diesem Zusammenhang auch anerkannt wurden, dennoch erlebten sie zugleich einen Widerspruch zwischen schulischem Idealdenken und der realen Arbeitswelt. Das Individuum hatte sich an den Gesamtprozess der Produktion der DDR anzupassen, um der hierarchischen Staatsgewalt gerecht zu werden.
Die Entwicklung und Bedeutung von Hausarbeit für Kinder nach 1990 im Zuge der Wiedervereinigung
Die Wahrnehmung von Kindern in der Gesellschaft hat sich in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts gewandelt. Denn Kinder werden heute als zunehmend gleichberechtigt zu Erwachsenen und der Gesellschaft wahrgenommen. Dieser Wandel wird durch die stetig steigende Zahl an berufstätigen Müttern forciert. Diese realisieren ein Leben zwischen Arbeit und Kindererziehung. Dennoch bleibt die Erziehung und die damit verbundene Schularbeit höchste Priorität der Mütter von heute. Diese Entwicklung hat auch Folgen für die Hausarbeit, da ein neues Zeitmuster aus Arbeitszeiten der Eltern, Schulzeiten der Kinder und aus individuellen Freizeitterminen der Familienmitglieder entsteht. Dieses neue Zeitmuster ist durch An- und Abwesenheit der Eltern und Kinder geprägt. Daraus entsteht eine neue Selbstständigkeit für Kinder, Arbeiten die zu festen Zeiten getan werden müssen, fallen denjenigen in die Hände, die gerade zu Hause sind. Vieles wird nebenher erledigt und Schnelligkeit wird zur Norm, daher nimmt das zeitliche Koordinieren an Bedeutung zu. Die Kinder in diesen schnelllebigen Ablauf miteinzubeziehen kann daher für manche Eltern als lästig empfunden werden, da sich viele kleine Arbeiten zeitlich besser allein bewerkstelligen, als diese in der Familie zu organisieren.(Vgl.[5])
Fazit
Kinder in die Hausarbeit zu integrieren und Hausarbeit als einen Teil des alttäglichen Familiendaseins zu würdigen, sollte für die Kinder von heute ein selbstständiges Bestehen innerhalb der Familie sein. Jedes Familienmitglied sollte Aufgabenbereiche übertragen bekommen, die selbstständig erfüllt werden. Hausarbeit kann hierzu eine Grundlage für die Bildung eines Bewusstseins für Arbeit sein. Kinder, frühzeitig in häusliche Tätigkeiten zu integrieren, kann daher eine Basis für das spätere Berufsleben bilden. Denn in der Hausarbeit können soziale Kompetenzen, wie Zuverlässigkeit, Sauberkeit und Ordnung trainiert werden. Wird Hausarbeit von Anerkennung begleitet, sind Kinder sicherlich motivierter zu helfen und erkennen den Wert ihrer Arbeit als Leistung ihrer selbst an.
Literatur
- ↑ Helga, Zeiher (2000), Die Arbeit der Kinder, Weinheim
- ↑ Helga, Zeiher (2000), Die Arbeit der Kinder, Weinheim
- ↑ Helga, Zeiher (2000), Die Arbeit der Kinder, Weinheim
- ↑ Helga, Zeiher (2000), Die Arbeit der Kinder,Weinheim
- ↑ Helga, Zeiher(2000), Die Arbeit der Kinder, Weinheim
Heinz Hengst, Helga Zeiher (Hrsg.), „Die Arbeit der Kinder- Kindheitskonzept und Arbeitsteilung zwischen den Generationen“, München 2000

