Aufgaben der Kompetenzagentur
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Kompetenzagenturen versuchen, durch die Vermittlung in verschiedene Projekte (z.B Schulverweigerung - Die 2. Chance, Berufsausbildungsvorbereitung mit MDQM 1) benachteiligte Jugendliche (siehe auch: Zielgruppen der Kompetenzagenturen) in ein soziales- und berufliches Leben zu integrieren. Kompetenzagenturen haben eine Initiierungsfunktion, d.h. sie identifizieren passgenaue Angebote und machen diese dem Jugendlichen zugänglich. Falls passende Angebote nicht vorhanden sind, regen sie diese an.
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Einzelfallarbeit
Zur Arbeitsweise der Kompetenzagenturen gehört die Einzelfallarbeit, die sich in folgende verschiedene Möglichkeiten gliedert:
Aufsuchende Präventive Arbeit
Kompetenzagenturen nehmen Kontakt zu Einzelnen oder Gruppen auf (z.B. auf Exkursionstagen die von Schulen organisiert werden) und leisten dort Beziehungsarbeit. Sie wollen Maßnahmekarrieren vermeiden und arbeiten deshalb präventiv durch Aufklären, Anleiten und Beraten.
Die Heranführung von Jugendlichen an Integrations- und Qualifizierungsangebote
Jugendliche, die sich dem Zugang zu den vorhandenen Bildungs-, Ausbildungs-, und Beschäftigungsangeboten bisher entzogen haben oder nicht erreicht wurden, sollen Wege in diese Angebote eröffnet werden.
Kompetenzfeststellung und Hilfeplanung
Anhand von Assessmentverfahren und Berufsberatungstests werden die Leistungspotentiale des Jugendlichen identifiziert und gestärkt. Gemeinsam wird dann ein Förderplan entwickelt.
Case-Management
Das Case-Management nimmt im Rahmen der Einzelfallarbeit eine wichtige Rolle ein. Laut Löcherbach [1] wird das Case-Management folgendermaßen erklärt:
"Case-Management tritt als Fallmanagement und/ oder Systemmanagement in Erscheinung.
Mit Fallmanagement ist eine konkrete Unterstützungsarbeit zur Verbesserung der persönlichen Netzwerke gemeint.
- Hier geht es darum, einen hilfsbedürftigen Menschen effektiv und effizient zu begleiten, den Hilfsprozess für ihn zu steuern.
Systemmanagement bezieht sich auf die Nutzung, Heranziehung und Initiierung von Netzwerken.
- Hier geht es um ein effizientes und effektives Management der Versorgung im Gebiet der jeweiligen Zuständigkeiten und darum das System der Versorgung zu optimieren.
In der Praxis des Case-Managements fließen die beiden Aspekte meist zusammen."
Die Effizienz wird durch ein Datenmonitoring gesteigert, dazu müssen die Falldaten in einem einheitlichen System erfasst werden.
Anhand der zu erreichenden Ziele: Erreichen, Halten und Vermitteln, kann der Verlauf eines Case-Managements nachvollzogen werden:
Erreichen
- Durch präventives Arbeiten sollen Maßnahmenkarrieren vermieden werden, Voraussetzung dafür ist die Zusammenarbeit mit den Schulen
- Die Familien werden in die Arbeit miteinbezogen und sollen lernen Verantwortung für Ihre Kinder und deren Zukunft zu übernehmen.
- Das Selbstbewusstsein und das Selbsthilfepotential (der Jungendlichen oder Hilfebedürftigen) sollen gestärkt werden
Halten
- Kompetenzagenturen überzeugen mit Glaubwürdigkeit indem sie die Jugendlichen in ihren Eigenarten akzeptieren und sie ernst nehmen
- Unter Umständen durchleben die Jugendlichen viele Krisen, es kann zu Konflikten mit der Familie, Betreuern usw. kommen und zu Rückfällen führen. Kompetenzagenturen sind permanente Partner die immer wieder auf die Jugendlichen zu gehen.
Vermitteln
- Es werden nicht nur Ausbildungs- oder Arbeitsplätze vermittelt, sondern auch Maßnahmen wie z.B. Drogenberatung, Vermittlung in ein Ehrenamt oder eine Mitgliedschaft in einem Verein
- Neue, individuelle Entwicklungspfade entstehen- Stärken, Potentiale und Ressourcen werden erkannt und gestärkt
- Mit Hilfe kleinschrittiger Zielvereinbarungen treten Erfolgserlebnisse häufiger auf und motivieren die Jugendlichen
Netzwerkarbeit
Kompetenzagenturen sind aufgefordert sich in Netzwerken auszutauschen und zu kooperieren, dabei müssen Sie bestimmte Institutionen auf regionaler Ebene als verbindlichen Partner vorweisen:
- örtlicher Träger der Jugendhilfe
- Agentur für Arbeit
- Träger der Grundsicherung nach SGB II
- Schulen, Schulbehörden
- Wenn vorhanden: Träger des Jugendmigrationsdienstes, Schulverweigerung - Die 2. Chance
Links
Siehe auch die Artikel:
Quellen
- ↑ http://www.mare-equal.de/dokumente/definitionen-case_management.pdf, abgerufen am 30.Juni 2008

