Ablehnungstrauma

Aus ArbeitslehreWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Mit Ablehnungstrauma unter berufskundlichem Aspekt wird der durch Frustration, Selbstzweifel und Resignation geprägte Zustand infolge mehrfacher Absagen auf Bewerbungsschreiben, Eignungstests oder Vorstellungsgespräche beschrieben.

„Wir bedauern, Ihnen keinen positiven Bescheid geben zu können. Für Ihre berufliche Zukunft wünschen wir Ihnen alles Gute und viel Erfolg.“ oder „Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns für einen anderen Mitbewerber entschieden haben….“ [1] Zunächst schleichend, doch mit jeder weiteren Absage rapider, sinkt das Selbstwertgefühl. Schock, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Depressionen führen zu schweren Krisen, die sich nicht nur auf den eigenen Seelenzustand negativ auswirken, sondern auch Freunde und Familie mitbelasten. Resignation stellt sich ein. Möglichkeiten und Strategien dagegen vorzugehen und mithilfe gezielter Vorbereitung auf Absagen in Zukunft besser zu reagieren, werden im Folgenden dargestellt.


Inhaltsverzeichnis

Gründe für Absagen

Auf eine Anzeige reagieren durchschnittlich 160 Bewerber. Mit all jenen steht man im Wettbewerb.[2] Ein „ja“ zu einer Person bedeutet ein „nein“ für alle anderen.[3] Bereits nach Eingang der Unterlagen, wird vom Unternehmen nach groben Kriterien aussortiert. Oft sind es lediglich Punkte wie raues Papier, schlechtes Schriftbild oder eine zu glatte und oberflächliche Schreibweise, dass es dem Arbeitgeber nicht möglich ist, sich ein Persönlichkeitsbild vom Bewerber zu machen. Hinzukommen fehlende Mindestanforderungen, ein unpassendes Alter, geringe Erfahrungen oder zu schlechte Noten. Der Kriterienkatalog ist riesig und von jedem Unternehmen anders definiert.[2] Das heißt, was bei dem einen als Mangel oder Schwäche gesehen wird, kann sich woanders als sehr positiv erweisen. Viele Absagegründe sind auch psychologischer Natur und Interpretationssache der Unternehmen. Demzufolge bedeutet eine Absage nicht, dass man als zwangsläufig ungeeignet gilt.[4]

Der richtige Umgang mit Absagen

Nach dem Erhalt einer Absage ist es wichtig, nicht überzureagieren. Die Situation sollte mit Distanz betrachtet werden Darauf folgt eine Phase der kritischen Selbstanalyse. Es ist hilfreich, die eigene Bewerbung noch einmal zur Hand zu nehmen und nach orthographischen, inhaltlichen und strukturellen Kriterien zu überprüfen. Gegebenfalls ist es ratsam, auch Dritte (Familie, Freunde oder Mitarbeiter der Bundesagentur für Arbeit) hinzuzuziehen. Vor allem bei Absagen, die nichts über die eigentlichen Gründe aussagen, kann es helfen, telefonischen Kontakt zu dem Bearbeiter der Bewerbung aufzunehmen und diese in Erfahrung zu bringen. Hierbei ist es wichtig, hartnäckig zu sein, Gründe der Kontaktaufnahme zu nennen, ruhig und freundlich zu bleiben und nicht in Vorwürfe oder Beschimpfungen zu verfallen. Gezielt nach Fakten fragen und herausfinden, wo die eigenen Schwächen lagen und was andere Bewerber besser gemacht haben. Es sollte deutlich hervorgehen, dass das Gespräch „nur“ zur persönlichen Analyse gemachter Fehler genutzt wird, um sich im Weiteren besser auf neue Bewerbungen vorbereiten zu können. Leider ist die Reaktion des Gesprächspartners oft sehr unverbindlich und man erfährt nur sehr wenig. Doch auch einzelne Hinweise können genügen, um neue Lösungswege zu finden und aus Schwächen Stärken werden zu lassen.[4]


Vorgehen bei einer Absage nach dem Vorstellungsgespräch

Vor allem bei Absagen nach Auswahlverfahren ist es wichtig, intensiv nach den Gründen zu fragen. Viele Unternehmen bieten auch von sich aus ein Feedback an. Einschätzungen der eigenen Persönlichkeit seitens erfahrener Personen können viel Aufschluss über die Selbstdarstellung, eigene Wirkungsweise und Qualifikationen geben. Wichtig ist, dass nie versucht werden sollte, sich für eigene Testergebnisse oder misslungene Vorstellungsgespräche zu rechtfertigen. Der Gegenüber ist gewillter Antworten zu geben, wenn er merkt, dass diese vor allem konstruktiv genutzt werden um sich auf andere Bewerbungsverfahren vorzubereiten. Hier ist falscher Stolz nicht angebracht.[1]

Aufgaben der Schule

Bereits in der schulischen Berufsorientierung, als Teil der Arbeitslehre, ist es wichtig, die SchülerInnen darüber zu informieren, dass nicht jede Bewerbung eine positive Antwort erhält und dennoch durch Aufzeigen der eigenen Kompetenzen ihr Selbstvertrauen zu stärken. Sie müssen lernen, Bewerbungen als Prozess zu verstehen und mit Rückschlägen umzugehen. Auch der Austausch mit anderen Personen, kann stabilisierend und ermutigend wirken. Die SchülerInnen müssen verstehen, dass Absagen auch Chancen sind, die genutzt werden können indem aus gemachten Fehlern gelernt und gestärkt hervorgegangen wird. Sie sollten niemals den Glauben an sich selbst verlieren.


Quellenverzeichnis

  1. 1,0 1,1 http://classic.unister.de/Unister/career/startseite/bewerber_lexikon/ausgabe_stichwort.php?stichwort_id=33 (Stand: 26.01.2009)
  2. 2,0 2,1 Nelson Bolles, Richard (1999), Durchstarten zum Traumberuf- das Bewerbungshandbuch für Ein-, Um- und Aufsteiger
  3. http://www.sandra-heinzelmann.de/5%20Impulse%20mit%20Absagen%20umzugehen.pdf (Stand: 28.02.2009)
  4. 4,0 4,1 http://www.bewerbung-schreiben.de/absage_bewerbung.html (Stand: 26.01.2009)
Persönliche Werkzeuge